Die Stadt Bern steht vor einem bedeutenden Wandel im Rettungswesen. Die Berner Stadtregierung hat eine umfassende Reorganisation beschlossen, um die Notfallversorgung in der Region zu stärken. Im Rahmen dieser Neustrukturierung wird der Rettungsdienst der Insel Spitalgruppe künftig von Schutz und Rettung Bern übernommen. Dieser Schritt ist Teil einer neuen Strategie, die den Kanton Bern in vier Spitalregionen unterteilt: Bern-Mittelland, Berner Oberland, Biel-Seeland-Berner Jura und Emmental-Oberaargau.
Aktuell sind in der Region Bern und Umgebung sowohl Schutz und Rettung Bern als auch der Rettungsdienst der Insel Gruppe tätig. Während die Insel Gruppe plant, ihren Rettungsdienst bis zum 1. Januar 2027 aufzugeben, wird Schutz und Rettung Bern die Betriebsstandorte in Münsingen und Riggisberg übernehmen. Diese Umstrukturierung betrifft nicht nur die Organisation, sondern auch das Personal. Alle Mitarbeitenden der betroffenen Standorte haben die Möglichkeit, zu Schutz und Rettung Bern zu wechseln. Insgesamt sind 26 Vollzeitstellen betroffen.
Finanzierung und Unterstützung der Neuorganisation
Der Gemeinderat der Stadt Bern sieht in dieser Neuorganisation eine Chance zur Verbesserung der Notfallversorgung und hat bereits einen Verpflichtungskredit von 800’000 Franken beantragt. Dieser soll für die Administration, den IT-Wechsel und die Personalvorsorge verwendet werden. Zusätzlich wird ein Investitionskredit von 240’143 Franken für neue Fahrzeuge, Geräte und Mobiliar beantragt. Auch ein Nachkredit von 50’000 Franken wurde bereits für juristische Beratung und Personalübernahme bereitgestellt. Dies zeigt, dass die Stadt die Weichen für eine zukunftsfähige Rettungsdienstversorgung stellt.
Die neue Struktur wird nicht nur die Effizienz des Rettungswesens steigern, sondern auch eine bessere Koordination der Gesundheitsdienstleistungen innerhalb der Regionen ermöglichen. Pro Jahr werden im Kanton Bern rund 35.000 Notfalleinsätze durchgeführt. Aktuell sind etwa 500 Mitarbeitende im Rettungsdienst tätig, verteilt auf rund 330 Vollzeitstellen. Über 70 modern ausgestattete Rettungsfahrzeuge stehen im Einsatz, um die Bevölkerung bestmöglich zu versorgen.
Die Rolle des Koordinierten Sanitätsdienstes
Ein weiterer wichtiger Aspekt im Bernischen Rettungswesen ist der Koordinierte Sanitätsdienst (KSD). Dieser wird in ausserordentlichen Situationen oder bei Großereignissen aktiviert und stellt sicher, dass Sanitätspersonal, sanitätsdienstliche Einrichtungen und Rettungstransportmittel koordiniert eingesetzt werden. Ziel ist es, die Patienten innerhalb von 6 Stunden ins Krankenhaus zu bringen und sie innerhalb von 24 Stunden zu behandeln. Diese strengen Richtlinien sind Teil der Versorgungsplanung und sollen die Sicherheit der Bevölkerung gewährleisten.
Insgesamt wird die Neuorganisation des Rettungsdienstes in Bern sowohl die Qualität der Notfallversorgung verbessern als auch die Integration des Personals in die neuen Strukturen sicherstellen. Die Stadt Bern und ihre Partner arbeiten Hand in Hand, um eine reibungslose Übergabe zu gewährleisten und die Zukunft des Rettungswesens zu sichern. Weitere Informationen zu dieser Thematik finden Sie unter diesem Link sowie unter diesem Link.