Heute, am 15. Juli 2026, hat der Zoo Basel traurige Nachrichten zu verkünden. Innerhalb eines einzigen Tages mussten gleich zwei Gorillas ihr Leben lassen. Das Männchen Mobali, erst 11 Jahre alt, wurde vom Tierärzteteam eingeschläfert, nachdem er schwere Bissverletzungen erlitten hatte. Doch das ist nicht alles. Ein vier Tage altes Jungtier, das Weibchen von Gorilla-Weibchen Joas, starb ebenfalls an den Folgen eines tragischen Vorfalls.

Im Mittelpunkt dieser Tragödie steht Silberrücken Yeba, der mit seinen 14 Jahren nicht nur der ranghöchste Gorilla in der Gruppe ist, sondern auch der Vater des kleinen Jungtiers. Am Dienstagnachmittag kam es zu einem unglücklichen Zwischenfall, als Yeba das Neugeborene an sich nahm und die Mutter Joas, die eigentlich erstklassiges mütterliches Verhalten zeigte, von ihrem eigenen Kind fernhielt. In der darauffolgenden Rangelei kam es zu einem unbeabsichtigten Biss im Brustbereich des Jungtieres, was schließlich zu dessen Tod führte. Ein Vorfall, der bei Gorillas nicht völlig unbekannt ist: Infantizid, also die Tötung von Jungtieren, kommt in Harem-Strukturen wie dieser vor.

Die Trauer der Mutter

Joas, die bereits ihren fünften Nachwuchs zur Welt brachte, trägt das tote Jungtier weiterhin bei sich – ein Verhalten, das bei Gorillas oft beobachtet wird. Es ist herzzerreißend und zeigt, wie tief die emotionalen Bindungen in der Tierwelt sind. Der Zoo Basel hat entschieden, nicht in dieses natürliche Verhalten einzugreifen. Das Affenhaus bleibt geöffnet, und die Besucher können weiterhin Zeugen von Joas‘ Trauer werden, während sie ihr Jungtier eng an sich hält.

Für Joas war es ein weiterer schwerer Schlag, während Yeba, als Vater, unter den Folgen seiner eigenen Handlungen leiden muss. Das Tierärzteteam hatte Mobali aufgrund seiner Bissverletzungen, die ebenfalls von Yeba stammten, tödlich behandelt. Ein schrecklicher Tag, der die Gruppendynamik erheblich verändert hat. Der Zoo beobachtet die Situation aufmerksam und steht im Austausch mit Experten, besonders da in den kommenden Wochen eine weitere Geburt in der Gorilla-Gruppe erwartet wird.

Ein Blick auf die Gruppe

Die Gorilla-Gruppe im Zoo Basel besteht nun aus dem Silberrücken Yeba und den Weibchen Joas, Makala und Qaziba. Nach den tragischen Ereignissen wird die Gruppendynamik genauestens beobachtet. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Beziehungen entwickeln werden, besonders in Anbetracht der bevorstehenden Geburt eines neuen Jungtieres. Die Experten stehen bereit, um die Tiere und deren Verhalten zu analysieren. Ein ständiger Austausch findet statt, um das Wohl der Tiere zu gewährleisten und mögliche Risiken zu minimieren.

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In solchen Momenten wird einem wieder bewusst, wie komplex das Leben in einem Zoo ist. Es ist nicht nur eine Frage der Unterhaltung, sondern auch des Mitgefühls und der Verantwortung. Die Besucher, die durch das Affenhaus schlendern, können nur erahnen, was sich hinter den Kulissen abspielt. Die Trauer, das Leben, der Kreislauf – all das spiegelt sich in den Augen der Tiere wider.

Es ist eine schwierige Zeit für die Gorilla-Gruppe im Zoo Basel, und wir hoffen, dass sowohl Joas als auch Yeba und die anderen Weibchen die Unterstützung und den Raum bekommen, den sie in dieser schweren Zeit benötigen.