Klybeckviertel im Wandel: Vom Industriekomplex zum lebendigen Stadtquartier
Es tut sich was im Klybeckviertel, und das ist mehr als nur ein schnöder Umbau. Hier, im Norden von Basel, wo der Rhein und die Wiese aufeinandertreffen, wird aus einem ehemals abgeschotteten Industriekomplex ein lebendiges Stadtquartier. Die Geschichte des Gebiets ist geprägt von der Gründung einer Farbstoffproduktion im Jahr 1864 durch Alexander Clavel, die sich später zur Ciba entwickelte – einem Giganten der Chemieindustrie. Nach über 100 Jahren industrieller Nutzung, die Spuren in Form von Schadstoffen hinterließ, ist es nun an der Zeit, frischen Wind in die Sache zu bringen.
Der Rückzug der Chemieindustrie seit den 2000er-Jahren ebnete den Weg für eine aufregende Umwandlung. Die Arealteile wurden 2019 an Rhystadt und Swiss Life verkauft, mit dem Ziel, bis etwa 2040 ein offenes Stadtquartier zu schaffen. Stell dir vor: Wohnungen, Gewerbe und öffentliche Freiräume – alles in einem! Historische Industriegebäude sollen teilweise erhalten bleiben, während Altlasten schrittweise saniert werden. Ein Beispiel für das, was da auf uns zukommt, ist die geplante Klybeckmatte, die stolze 8000 Quadratmeter groß werden soll.
Ein Ort der Begegnung und Erholung
Der Klybeckquai, das Kleinbasler Rheinufer zwischen der Dreirosenbrücke und Kleinhüningen, ist bereits auf dem besten Weg, sich neu zu erfinden. Einst ein wichtiger Umschlagplatz für Güter in den 1920er-Jahren, wird hier nun ein neues Stadtquartier für etwa 3000 Menschen geplant. Ein zentraler Park mit 2,5 Hektar und ein öffentlich zugängliches Rheinufer sollen den Raum für Freizeit, Kultur und Gastronomie öffnen. Es ist einfach fantastisch, wie das Rheinufer, das lange Zeit unzugänglich war, nun für alle geöffnet werden soll!
Die Umgestaltung des Westquai, der zwischen der Mündung der Wiese in den Rhein und dem Dreiländereck verläuft, wird ebenfalls spannend. Hier wird der Übergang von traditioneller Hafennutzung zur Stadtentwicklung vorbereitet. Bis Ende 2029 sollen neue Grünflächen, Aufenthaltsorte, Kultur-, Freizeit- und Gewerbeangebote entstehen. Und wer weiß, vielleicht wird die Rheinpromenade sogar um zwei Kilometer verlängert – von der Dreirosenbrücke bis zum Dreiländereck. Das klingt nach einem zukünftigen Hotspot für alle Baselbieter!
Nachhaltigkeit im Fokus
Ein weiteres wichtiges Thema ist die Nachhaltigkeit. Der geplante Quartierpark am Rhein wird das Herzstück des Freiraumkonzepts sein und Klybeck mit dem Rhein verbinden. Solche Freiräume und Naturflächen sind nicht nur schön anzusehen, sie tragen auch zum Biotopverbund und zum Stadtklima bei. Die bestehenden Naturflächen sollen weitestgehend erhalten oder ersetzt werden, was für ein besseres Ökosystem sorgt. Schließlich ist der Gebäudebestand in der Schweiz für einen erheblichen Teil des Energieverbrauchs und der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Da tut eine grüne Auffrischung gut.
So wird auch die Hafenbahn umgebaut, um Platz am Klybeckquai zu schaffen. Der Planungskredit von 36 Millionen Franken ist bereits bewilligt, auch wenn die Baukosten von ursprünglich 275 Millionen auf etwa 475 Millionen angestiegen sind. Ein bisschen chaotisch, oder? Aber manchmal braucht es halt Zeit, um Dinge richtig zu machen, auch wenn das Projekt sich um etwa fünf Jahre verzögert hat.
Die Transformation des Klybeckviertels wird gemeinsam mit der Immobilien Basel-Stadt gestaltet. Der Betreiberverein Shift Mode hat eine Absichtserklärung für eine Vertragsverlängerung bis Ende 2024. Der Holzpark dort hat sich als beliebter Treffpunkt etabliert – wer weiß, wie lange wir noch die Atmosphäre genießen können, bevor das Gelände dem geplanten Quartierpark weichen muss.
Basel verändert sich, und das nicht nur durch neue Gebäude. Am 2. Juni 2025 wird ein Stadtrundgang von Studierenden der FHNW die nachhaltige Stadtentwicklung weiter ins Rampenlicht rücken. Hier wird die Verbindung von ökologischer Verantwortung und städtischem Leben erlebbar gemacht. Eine spannende Möglichkeit, die eigene Stadt durch die Linse der Nachhaltigkeit zu betrachten.
Wenn man all diese Entwicklungen sieht, kann man sich wirklich auf die Zukunft freuen. Es ist, als ob Basel sich neu erfindet und gleichzeitig die Wurzeln der Vergangenheit ehrt. Ein aufregender Mix, der uns alle in seinen Bann zieht.
