Am frühen Morgen des 9. Juni 2026, um genau 4:30 Uhr, erschütterte eine Explosion die ruhigen Straßen von Oberwil, BL. Unbekannte Täter sprengten einen Bankautomaten, und der Lärm war so durchdringend, dass er die Anwohner aus dem Schlaf riss. Die Wucht der Detonation war im gesamten Leimental zu hören. Feuerwehr und Polizei waren schnell zur Stelle, sperrten den Bereich rund um die UBS-Filiale großräumig ab und evakuierten die Bewohner. Glücklicherweise war das Gebäude nicht einsturzgefährdet, und es gab keine Verletzten zu beklagen.

Es war der dritte Bankomat-Überfall im Raum Basel in diesem Jahr. Zuvor waren im Mai in Allschwil und im Februar in Breitenbach ähnliche Vorfälle gemeldet worden. Interessanterweise wurden mehrere mutmaßliche Täter des Überfalls in Breitenbach am selben Tag in den Niederlanden festgenommen. Die Ermittlungen nach der Explosion in Oberwil laufen noch, und es bleibt abzuwarten, ob die Täterschaft Geld erbeuten konnte.

Ein besorgniserregender Trend

Bankomat-Sprengungen scheinen sich zu einem bedrohlichen Trend zu entwickeln. Laut dem Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) sind die Angriffe auf Geldautomaten in der Schweiz zwar rückläufig, doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache. 2025 gab es 24 Fälle von Bankomat-Sprengungen, die Hälfte der Fälle im Vergleich zum Vorjahr. Wie kann das sein? Immerhin hatten die Behörden eine Taskforce zur Bekämpfung dieser Überfälle ins Leben gerufen. Seit 2023 wurden rund drei Dutzend Personen festgenommen, die im Zusammenhang mit Geldautomatensprengungen stehen. Ein Lichtblick, könnte man sagen.

Die Methoden der Täter haben sich über die Jahre gewandelt. Früher dominierten Lasso-Angriffe, bei denen Automaten mit einem Seil herausgerissen wurden. Heute hingegen setzen die Kriminellen vermehrt auf Sprengstoff oder Gas. Besonders perfide: Einige Automaten können Gas erkennen und treffen Gegenmaßnahmen. Die Täter agieren in organisierten Gruppen, häufig aus dem Ausland, und nutzen gestohlene Fahrzeuge für ihre Flucht. Das lässt einen schon ins Grübeln kommen, was für ein kriminelles Netzwerk dahintersteckt.

Eine gefährliche Kombination

In der Schweiz sind verschiedene Tätergruppierungen aktiv, die sich in ihrer Vorgehensweise unterscheiden. Sprengstoffangriffe werden häufig von rumänischen und holländischen Tätern durchgeführt, während Gasangriffe vor allem von serbischen und rumänischen Gruppen stammen. Werkzeugangriffe hingegen scheinen mehrheitlich in den Händen von Tätern aus dem albanisch-sprachigen Raum zu liegen. Dieser vielschichtige Ansatz ist nicht nur alarmierend, sondern macht die Ermittlungen der Polizei auch besonders herausfordernd.

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Die Kantonspolizei und fedpol, die Bundespolizei, übernehmen die Ermittlungen je nach Vorgehensweise der Täter. Bei Sprengstoffangriffen ist fedpol zuständig, während die Kantonspolizei bei Gas-Explosionen oder Werkzeug- und elektronischen Manipulationen ins Spiel kommt. Und um die Sache noch komplizierter zu machen: Der Erfolg der Ermittlungen hängt maßgeblich von der zentralen Führung und dem schnellen Informationsaustausch ab. Das klingt nach einem mühsamen Unterfangen, oder?

Zusammenarbeit als Schlüssel

Der Rückgang der Angriffe auf Geldautomaten wird auf verstärkte Schutzmaßnahmen und die enge Zusammenarbeit zwischen Behörden, Banken und internationalen Partnern zurückgeführt. Der Bundesrat hat am 5. Juni 2026 einen Bericht zu den Maßnahmen gegen Geldautomaten-Angriffe verabschiedet. Darin wird die Entwicklung der Angriffe beschrieben und aufgezeigt, welche Maßnahmen zur Reduktion beitragen können. Diese Zusammenarbeit ist essentiell, um die Sicherheit zu erhöhen und potenzielle Angriffe zu verhindern.

Empfohlene Schutzmaßnahmen, wie Einfärbesysteme, Schutzrollläden und eine geringere Befüllung der Automaten, könnten helfen, die Situation zu entschärfen. In Holland hat die Zusammenarbeit zwischen Banken und Strafverfolgungsbehörden bereits Früchte getragen, und die Anzahl der Geldautomaten-Angriffe konnte signifikant minimiert werden. Vielleicht sollte die Schweiz sich ein Beispiel daran nehmen, um die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten und die Täter endgültig in die Schranken zu weisen.