Heute ist der 10.05.2026 und in Basel herrscht ein reges Treiben, das jedoch stark von den vielen Baustellen geprägt ist. Die Stadt hat sich in den letzten Jahren zum wahren Bauplatz entwickelt – Schaufeln, Bagger und Absperrungen bestimmen das Bild. Doch während die Stadt in die Zukunft investiert, kämpfen die lokalen Geschäfte ums Überleben. Die Situation ist angespannt, und viele Unternehmer spüren die Auswirkungen der Bauarbeiten direkt in ihrer Kasse.
Brigitte Hürzeler, die Inhaberin eines Lederwarengeschäfts, hat dies am eigenen Leib erfahren. Im April meldete sie einen Rückgang ihrer Einnahmen um erschreckende zwei Drittel. „Das ist eine Katastrophe für uns“, sagt sie, während sie auf die Schaufenster zeigt, die oft von parkenden Autos verdeckt werden. Diese Sichtbarkeit ist für Einzelhändler entscheidend, und die Baustellen tragen nicht gerade zur Kundenfrequenz bei. Ein Teufelskreis, der immer enger wird.
Politische Reaktionen und Unterstützung
In der politischen Arena hat der Grosse Rat von Basel-Stadt reagiert. Eine Motion zur finanziellen Unterstützung der geschädigten Geschäfte wurde mit 63 Stimmen, bei 25 Gegenstimmen und 2 Enthaltungen, verabschiedet. Initiiert von Alex Ebi von der LDP, zielt diese Initiative darauf ab, einen Unterstützungsfonds für Unternehmen zu schaffen, die stark unter den Baustellen leiden. Ebi betont, dass bei diesen Entwicklungen Existenzen auf dem Spiel stünden. Eine klare Aufforderung, nicht nur zuzusehen, sondern aktiv zu handeln.
Die breite Unterstützung im Parlament, auch von Parteien wie SVP, Grünen, GLP, FDP, Mitte/EVP und Basta, zeigt, dass die Problematik nicht ignoriert werden kann. Sogar die SP-Fraktion wollte die Motion als weniger verbindlichen Anzug überweisen, um der Regierung eine genauere Prüfung zu ermöglichen – dieser Antrag wurde jedoch abgelehnt. Es ist ein Zeichen für den politischen Willen, die vom Bau geplagten Geschäfte nicht allein zu lassen.
Langfristige Baustellen und deren Auswirkungen
Ein Blick in die Zukunft verrät, dass die Herausforderungen für die Basler Geschäftsleute nicht abreißen werden. Ab Sommer 2026 stehen weitere Baustellen an, bei denen Tramgleise und Haltestellen erneuert werden. An der Missionsstrasse, die bis Mitte 2027 saniert wird, gibt es ebenfalls Klagen über Umsatzrückgänge. Das Basler Bau- und Verkehrsdepartement hat zwar das Bedauern über die Umsatzeinbußen geäußert, doch die Notwendigkeit einer zeitgemäßen Verkehrsinfrastruktur bleibt unbestritten.
Die Regierung, vertreten durch Bau- und Verkehrsdirektorin Esther Keller, hat sich gegen die Forderung nach einer Zweitüberweisung der Motion gewehrt und verwies auf bereits bestehende Entlastungen wie den Erlass von Allmendgebühren. Aber ob das wirklich ausreicht? Die Frage bleibt, wie nachhaltig diese Maßnahmen sind und ob sie den Druck auf die betroffenen Betriebe wirklich mindern können.
Was die Basler in dieser Situation dringend brauchen, ist eine klare Perspektive und Unterstützung durch die Stadt. Die Pläne für einen Fonds sind ein erster Schritt, aber die Umsetzung und die tatsächliche Hilfe müssen zügig erfolgen. Denn während die Stadt sich in eine neue Ära der Verkehrsinfrastruktur begibt, dürfen die kleinen Geschäfte, die das Herz der Stadt ausmachen, nicht auf der Strecke bleiben.