Heute ist der 9. Mai 2026, und in Basel weht ein Hauch von Nostalgie durch die Straßen. Vor einem Jahr begann hier die mit Spannung erwartete ESC-Woche, die in die Geschichtsbücher einging – für viele, nicht zuletzt für Aimee Baumgartner, die in ihrer Kolumne die bewegenden Momente festhielt. Während sie ihren Badge für das Medienzentrum abholte, spürte sie die Aufregung und die Vorfreude in der Luft. Es war der Beginn eines Abenteuers, das sie nie vergessen würde.
Am ersten Tag stand ein Interview mit der talentierten Zoë Më auf dem Programm. Die 25-jährige Sängerin, die in Basel geboren wurde, bezeichnete den ESC als ihr „Heimkommen“. Zoë, die für ihren einzigartigen Stil bekannt ist – eine Mischung aus Poetry-Pop, die deutsche und französische Einflüsse vereint – brachte mit ihrem Song „Voyage“ die Menge zum Staunen. In ihrer erst seit 2018 währenden Karriere hat sie bereits einige Erfolge gefeiert, darunter den RTS Artiste Radar und den SRF 3 Best Talent Award im Jahr 2024. Doch der ESC war für sie ein ganz besonderer Moment.
Emotionale Achterbahn im Medienzentrum
Die Atmosphäre im Medienzentrum war intensiv und elektrisierend. Baumgartner beschreibt die Erschöpfung, die sie während des Finales überkam – ein Gefühl, das viele in der Branche nur zu gut kennen. Der Druck, die Aufregung, die Leidenschaft der Künstler und das Getümmel der Journalisten bildeten ein ganz eigenes Mosaik. Ein weiterer Favorit, Søren Torpegaard Lund, der für Dänemark antrat und als erster Künstler seit 1997 auf Dänisch sang, war ebenfalls in aller Munde. Sein Song „Før vi går hjem“ thematisierte das Hinauszögern von Abschieden – ein Thema, das auch Baumgartner berührte.
Die Finalnacht war ein emotionales Auf und Ab. Zoë Më erreichte mit 214 Punkten den 10. Platz, eine Leistung, die sie mit Stolz erfüllte, auch wenn sie in der öffentlichen Abstimmung leer ausging. Die große Diskrepanz zwischen Jury- und Televotepunkten war bemerkenswert – 2. Platz bei der Jury, aber nur 26. bei der Publikumswahl. Ein Rekord, den man nicht gerade erstreben würde! Trotzdem, für Baumgartner war es ein Höhepunkt ihrer 12-jährigen Laufbahn im Lokaljournalismus, der sie mit Erinnerungen an Abschied und Sehnsucht verband.
Ein Blick in die ESC-Geschichte der Schweiz
Die Schweiz hat eine lange und wechselvolle Geschichte beim Eurovision Song Contest. Bereits 1956 trat sie beim ersten Wettbewerb in Lugano an und gewann mit Lys Assia. Seither hat das Land viele Höhen und Tiefen erlebt. Mit insgesamt 61 Teilnahmen und 9 letzten Plätzen ist die Bilanz alles andere als durchgängig positiv. Es gab große Triumphe, wie den Sieg von Céline Dion 1988, aber auch bittere Niederlagen, wie die zahlreichen letzten Plätze in den letzten Jahrzehnten.
Doch trotz der Rückschläge hat die Schweiz nie freiwillig auf eine Teilnahme verzichtet. Diese Hartnäckigkeit und der Wille, an die eigene Musiktradition anzuknüpfen, halten die ESC-Leidenschaft lebendig. Aimee Baumgartner und die Basler haben in diesem Jahr ein weiteres Kapitel in dieser faszinierenden Geschichte geschrieben. Es bleibt zu hoffen, dass die nächste ESC-Teilnahme für die Schweiz wieder ein Grund zur Freude bringt – vielleicht mit Zoë Më oder einem anderen talentierten Künstler, der die Herzen erneut erobert.
So schließt sich der Kreis, und das Gefühl von Abschied und Hoffnung auf neue Anfänge bleibt in der Luft hängen, während die Stadt Basel sich auf die nächsten musikalischen Abenteuer vorbereitet.