Heute ist der 20.06.2026 und ich sitze hier in Basel, um über einen Mann zu schreiben, der mit Leidenschaft und einer Portion Wagemut die Fahrradwelt aufmischt: Andy Kessler. Mit 61 Jahren hat er einen spannenden Weg hinter sich, der ihn von den Trails der Schweiz über das Management bei BMC bis hin zu seinem eigenen Unternehmen, Open Cycle, geführt hat. Ursprünglich war er ein leidenschaftlicher Mountainbiker und Downhiller, der sich durch den Rennsport für das Fahrrad begeisterte.

Sein Weg zur Rad-Ikone begann nicht immer auf zwei Rädern. Kessler war als junger Mann ein Volleyballspieler, bis ihn Verletzungen aus dem Spiel rissen. Statt aufzugeben, schwang er sich ins Mountainbike-Rennen und fand dort seine neue Berufung. Durch Zufall entdeckte er eine Stellenanzeige von Cannondale Schweiz, die einen Sekretär suchten. Kessler, der zu diesem Zeitpunkt noch kein Sekretär war und nur Teilzeit arbeiten konnte, ließ sich nicht entmutigen und kontaktierte das Unternehmen. So begann seine Reise in die Fahrradbranche, die ihn letztlich zum CEO von BMC führte, wo er die Marke international bekannt machte – insbesondere durch das Phonak-Team bei der Tour de France.

Die Geburt von Open Cycle

2012 war das Jahr, in dem Kessler mit Gerard Vroomen, dem Mitgründer von Cervélo, Open Cycle in Basel ins Leben rief. Der Grund für diesen Schritt war klar: Der Job als Manager machte ihm keinen Spaß mehr. Er wollte Fahrräder entwerfen, die er selbst fahren wollte – ohne die Zwänge und Strukturen großer Konzerne. Das Motto von Open Cycle, „Working hard to stay small“, spiegelt genau diese Philosophie wider.

Das erste Produkt, ein leichtes 29-Zoll-Hardtail-Mountainbike, war der Anfang. Doch der wirkliche Durchbruch kam 2015 mit dem Up, einem Rad, das die Kategorie „Performance Gravelbike“ begründete. Mit einem Preis von rund 8000 Franken vereinte es die Dynamik eines Rennrads mit der Reifenfreiheit eines Mountainbikes. Kessler und Vroomen hatten eine klare Vision vor Augen und wollten Fahrräder entwickeln, die nicht nur technisch ausgereift sind, sondern auch Spaß machen.

Innovation und lokale Werte

Ein weiterer bemerkenswerter Schritt für Open Cycle war die Verlagerung der Produktion von Asien nach Europa. Klar, das macht die Herstellung teurer, aber es ermöglicht eine schnellere Prototypenentwicklung und verbessert die Qualität. Das Unternehmen hat mittlerweile drei neue Modelle – das Up 2.0, Upper 2.0 und Wide 2.0 – die auf zehn Jahren Gravel-Erfahrung basieren. Das Up 2.0 wiegt gerade mal 995 Gramm, das Upper 2.0 bringt es auf schlanke 880 Gramm und das Wide 2.0 ist für extreme Herausforderungen konzipiert.

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Kessler hat auch ein integriertes Cockpit mit einem patentierten Klemmsystem entwickelt, das Anpassungen erleichtert. Die neuen Modelle kommen nur mit elektronischen Schaltungen, um die Wartung zu vereinfachen. Während sich Open Cycle auf Allroad- und Gravel-Bikes konzentriert, wurde das Projekt für ein neues Rennrad eingestellt. Kessler sieht die Zukunft im Fahrradmarkt nicht in starren Kategorien, sondern in der Auswahl nach Reifenbreite. Das zeigt, wie dynamisch und anpassungsfähig die Branche ist.

Träume und Visionen

Besonders spannend ist Kesslers Traum eines ästhetischen Faltrads, das sich leicht im öffentlichen Verkehr transportieren lässt. Hier wird einmal mehr deutlich, dass er nicht nur für die Technik begeistert, sondern auch für die Gestaltung von Fahrrädern, die das Leben der Menschen bereichern. Und so bleibt Kessler ein Pionier, der die Fahrradkultur in Basel und darüber hinaus prägt.

Die Geschichte von Andy Kessler ist nicht nur die eines erfolgreichen Unternehmers, sondern auch die eines Mannes, der seine Leidenschaft lebt und das Radfahren auf eine neue Ebene hebt. Man kann nur gespannt sein, wohin uns diese Reise noch führen wird.