Basel im Glücksspielchaos: Strenge Maßnahmen und düstere Aussichten für die Casino-Branche
Heute ist der 20.06.2026, und in Basel stehen die Zeichen im Glücksspielsektor auf Sturm. Der Schweizer Staat hat sich entschieden, die Zügel anzuziehen und geht mit Nachdruck gegen Online-Casinos vor. Das klingt vielleicht nach einem schlichten Verwaltungsakt, doch die Auswirkungen sind weitreichend. Die Eidgenössische Spielbankenkommission (ESBK) hat im vergangenen Jahr Hunderte Millionen Franken an den Staat überwiesen – eine Summe, die sich nicht einfach wegwischen lässt. In der Schweiz gibt es aktuell 20 landbasierte Spielbanken, von denen neun auch Online-Spiele anbieten. Doch während einige glänzen, kämpfen andere mit roten Zahlen und mussten ihre Türen schließen. So stellte das Casino St. Moritz seinen Betrieb Ende April 2025 ein, und das Casino Schaffhausen schloss im Oktober 2025 nach 23 Jahren. Das ist schon ein herber Schlag für die Glücksspielszene.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Der Bruttospielertrag der Schweizer Spielbanken sank 2025 um 2,1 % auf 878 Millionen Franken. Im Gegensatz dazu konnte der Online-Bereich um 1,2 % wachsen, während das landbasierte Spielangebot um 3,9 % zurückging. Ein Lichtblick – das Casino Basel steigerte seinen Umsatz um 4,2 % auf fast 60 Millionen Franken. Aber auch hier gibt es dunkle Wolken: Die Spielbankenabgabe fiel um 1,1 % und lag bei fast 400 Millionen Franken. Besonders schmerzhaft für die Branche sind die Verluste in Casinos wie Bad Ragaz, Crans-Montana und Davos, wo die Zahlen alles andere als rosig sind.
Ein strenges Regime für Online-Casinos
Die ESBK hat 2025 gleich 28 Hausdurchsuchungen durchgeführt und 580 nicht bewilligte Domains gesperrt – das ist ein Anstieg von 30 % im Vergleich zum Vorjahr. In der Schweiz sind Geldspiele ohne Lizenzen illegal, und die interkantonale Geldspielaufsicht Gespa hat ein strenges Auge auf Anbieter wie Polymarket und Kalshi geworfen. In diesem Zusammenhang ist es auch wichtig zu erwähnen, dass Swisslos und Loterie Romande ein Monopol im Bereich Online-Sportwetten innehaben. Da wird der Konkurrenz das Leben schon ganz schön schwer gemacht.
Die ESBK hat im letzten Jahr 10,7 Millionen Franken gekostet, aber nur 9,5 Millionen Franken durch Gebühren eingenommen. Ein bisschen wie ein Fass ohne Boden, könnte man sagen. Detaillierte Jahresrechnungen sind bei der ESBK jedoch Mangelware. Das sorgt für Unruhe und Fragen, die auf Antworten warten.
Ein schmaler Grat zwischen Unterhaltung und Sucht
In der ganzen Aufregung um die Spielbanken und Online-Casinos darf nicht vergessen werden, dass Glücksspiel nicht nur ein harmloser Zeitvertreib ist. Es birgt auch erhebliche Risiken, insbesondere die Gefahr der Spielsucht. Die Casinos haben Maßnahmen implementiert, um Spieler zu schützen und spielsuchtgefährdete Personen zu identifizieren und zu sperren. Die ESBK prüft regelmäßig die Maßnahmen der Casinos in diesem Bereich, um sicherzustellen, dass die Spieler nicht über die Stränge schlagen. In der Schweiz gibt es derzeit nur 10 legale Online-Casinos. Alle anderen sind nicht bewilligt und folglich illegal.
Die Schweizer Spielbanken haben über 9 Milliarden Franken an die AHV und die Kantone geleistet. Das ist nicht nur eine beeindruckende Zahl, sondern auch ein klarer Beitrag zum Gemeinwohl. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Lage weiterentwickeln wird. Wahrscheinlich wird es noch einige spannende Wendungen geben, die sowohl die Glücksspielszene als auch die Spieler betreffen werden.
