In der vergangenen Nacht wurde das Erlenbachquartier in Herisau von einem verheerenden Brand erschüttert. Um 22.21 Uhr erhielt die Kantonale Notrufzentrale in Herisau Alarmmeldungen über Rauch und Feuer in einem Mehrfamilienhaus. Drei Bewohner, die sich selbständig ins Freie begeben konnten, blieben glücklicherweise unverletzt. Die Feuerwehr war rasch vor Ort und konnte den Brand zügig unter Kontrolle bringen, wodurch ein Übergreifen auf benachbarte Wohnhäuser verhindert werden konnte.
Der entstandene Sachschaden beläuft sich auf über 100.000 Franken, und die Wohnungen im betroffenen Gebäude sind derzeit nicht bewohnbar. In der Zwischenzeit hat die Gemeinde Herisau eine vorübergehende Unterkunft für die betroffenen Personen organisiert. Ein kleines Glück gab es auch während der Löscharbeiten: Eine Katze konnte unverletzt gerettet werden. Der Brandermittlungsdienst der Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden sowie die Regionalpolizei haben bereits die Untersuchung zur Brandursache aufgenommen.
Unterstützung der Einsatzkräfte
Die Feuerwehr Herisau war mit rund 60 Angehörigen im Einsatz, unterstützt von weiteren Einsatzkräften der Assekuranz, Mitarbeiter der Appenzeller Bahnen, dem Gemeindeführungsstab Herisau sowie dem Rettungsdienst und Notarzt. Während der Löscharbeiten musste die Bahnstrecke Herisau – Waldstatt für etwa drei Stunden gesperrt werden, was zu zusätzlichen Unannehmlichkeiten für die Reisenden führte.
Die Rolle der Feuerwehr im Brand- und Katastrophenschutz ist nicht zu unterschätzen. Diese Organisationen sind in der Regel kommunal finanziert und spielen eine zentrale Rolle im Bevölkerungsschutz. In Deutschland etwa gibt es 115 Berufsfeuerwehren, die sich unter dem kommunalen Spitzenverband zusammengeschlossen haben. Die Herausforderungen, vor denen die Feuerwehren stehen, werden immer komplexer – sei es durch die Digitalisierung, den Klimawandel oder den Schutz vor Cyberangriffen.
Rolle der Feuerwehren im Bevölkerungsschutz
Die Anforderungen an den vorbeugenden Brandschutz ändern sich ständig. Um den neuen Gegebenheiten Rechnung zu tragen, müssen auch Städtebau und Umweltschutz in die Überlegungen einfließen. Der Deutsche Städtetag hat beispielsweise die Informations- und Beratungsstelle für die Ausbildung des höheren feuerwehrtechnischen Dienstes eingerichtet, um die Feuerwehren bei der Anpassung an diese Herausforderungen zu unterstützen.
Die Ereignisse in Herisau verdeutlichen einmal mehr, wie wichtig gut ausgebildete und gut ausgestattete Feuerwehren für die Sicherheit der Bevölkerung sind. Nur durch eine enge Zusammenarbeit und ständige Weiterbildung können sie den stetig wachsenden Anforderungen gerecht werden.