Bei der kürzlich abgehaltenen Generalversammlung des Baumeisterverbandes beider Appenzell in Rehetobel kam eine Vielzahl von Themen zur Sprache, die die aktuellen Herausforderungen und Entwicklungen im Bauhauptgewerbe betreffen. Präsident Andreas Fässler hieß die Mitglieder und Gäste willkommen und stellte erfreut fest, dass die Zahl der Lernenden im Bauwesen leicht ansteigt. Aktuell sind 23 Strassenbau- und 29 Maurerlehrlinge (EFZ) in Ausser- und Innerrhoden aktiv. Dies ist eine positive Entwicklung, insbesondere im Hinblick auf die geplante Regionalausscheidung der Swiss Skills im Rahmen der Gewerbemesse in Appenzell, die vom 12. bis 15. November stattfinden wird und der Förderung junger Talente dient.
Die Versammlung war auch eine Plattform, um über die aktuelle Lage im Bauhauptgewerbe zu berichten. Laut Fässler gab es im Jahr 2025 einen Anstieg von rund 2 Prozent im Bauhauptgewerbe in der Schweiz. In der Ostschweiz blieb die Nachfrage stabil, jedoch war der Jahresstart für viele Betriebe harzig, da diese auf Vergaben oder Baubeginn warteten. Im Verlauf des Jahres entspannte sich die Situation jedoch, was Hoffnung auf eine positive Wende gibt.
Wichtige Anliegen und Herausforderungen
Eines der zentralen Anliegen des Verbands ist die Planungssicherheit. Fässler betonte, dass frühzeitige Ausschreibungen und klare Abläufe entscheidend sind, um Engpässe und ungleiche Wettbewerbsbedingungen, vor allem im Tiefbau, zu vermeiden. Zudem berichtete er über nationale Fortschritte, insbesondere in den anspruchsvollen Verhandlungen zum neuen Landesmantelvertrag, der für 2026 bis 2031 in Kraft treten soll. Dieser neue Vertrag bringt mehr Flexibilität bei der Arbeitszeitgestaltung, bleibt jedoch komplex und stellt die Branche vor neue Herausforderungen.
Ein weiterer Punkt, der angesprochen wurde, war die Rückläufigkeit der Teilnehmerzahlen bei der Verbandsreise. Der Vorstand plant, eine Umfrage zur Zukunft des Angebots durchzuführen, um das Interesse der Mitglieder zu wecken und den Nutzen der Reise zu erhöhen. Zudem wurden zwei neue Mitglieder in den Verband aufgenommen: die «Strässle GmbH» aus Schachen und die «Aeschbacher Tiefbau AG» aus Appenzell, während die «Emil Hörler AG» ihre Geschäftstätigkeit eingestellt hat.
Tarifvertragsänderungen und Lohnerhöhungen
Auf der anderen Seite des Rheins gibt es ebenfalls Veränderungen, die für die Branche von Bedeutung sind. Der neue Tarifvertrag für das Bauhauptgewerbe in Deutschland tritt am 1. April 2024 in Kraft und sieht gestaffelte Entgelterhöhungen in drei Stufen vor. Die erste Stufe bringt ab April 2024 eine Lohnerhöhung von 3,0 % im Westen und 3,5 % im Osten. Zudem sind die Ausbildungsvergütungen im Baugewerbe vorgesehen, was die Attraktivität des Berufsfeldes weiter steigern könnte. Die vollständige Angleichung der Löhne zwischen Ost- und Westdeutschland wird mit der dritten Stufe des Tarifvertrags am 1. April 2026 vollzogen.
Diese Entwicklungen zeigen, dass sich das Bauhauptgewerbe sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland im Umbruch befindet, was für die Zukunft des Sektors sowohl Herausforderungen als auch Chancen mit sich bringt. Fässler schloss die Versammlung mit den Worten: „Die Zukunft baut man nicht allein, sondern gemeinsam“, was den Geist der Zusammenarbeit und des Fortschritts in dieser dynamischen Branche unterstreicht.
Für weitere Informationen über die aktuellen Entwicklungen im Bauhauptgewerbe können Sie die Artikel auf Appenzell24, Baublog und Handwerk.cloud nachlesen.