In Appenzell Ausserrhoden blicken die Gastronomiebetriebe auf ein Jahr zurück, das sowohl Erfolge als auch Herausforderungen mit sich brachte. Verbandspräsident Markus Strässle hebt hervor, dass der Fachkräftemangel, steigende Energiekosten und Veränderungen im Freizeitverhalten die Branche vor große Aufgaben stellen. Trotz dieser Schwierigkeiten ist er überzeugt von der Zukunft der Gastronomie in der Region, die auf Werten wie Regionalität, Gastfreundschaft und Tradition basiert. Die Zusammenarbeit innerhalb der Branche sowie mit Tourismus und Behörden wird als Schlüssel zum Erfolg angesehen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Digitalisierung, die 2025 verstärkt in der Appenzeller Gastronomie Einzug halten soll. Ziel ist es, Abläufe zu optimieren und die Kommunikation mit den Gästen zu verbessern. Gastro Appenzellerland hat bereits begonnen, Mitgliedern ermäßigte Fotodienste anzubieten, um die Sichtbarkeit der Betriebe zu erhöhen. Zudem werden gezielte Schulungen und E-Learning-Angebote bereitgestellt, um die Mitarbeitenden fit für den digitalen Wandel zu machen.
Herausforderungen und Lösungen in der Branche
Der demografische Wandel, der in Deutschland zu einem Rückgang der Schulabgänger führt, hat auch Auswirkungen auf die Gastronomie. Immer mehr junge Menschen entscheiden sich für ein Studium statt für eine duale Berufsausbildung, was die Qualifizierung des Nachwuchses gefährdet. In der Branche wird der Wettbewerb um Mitarbeitende und Auszubildende immer intensiver, was ein hohes Engagement von Unternehmen erfordert. Zufriedene Gäste und nachhaltiger Unternehmenserfolg hängen entscheidend von motivierten Mitarbeitern ab, die fair entlohnt werden.
Die Tarif- und Reallöhne im Gastgewerbe sind zwar gestiegen, doch steigende Sozialversicherungsbeiträge und hohe Inflationsraten setzen die Betriebe zusätzlich unter Druck. Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, wird eine Offensive für die duale Ausbildung gefordert. Auch die gezielte Anwerbung von Arbeitskräften aus dem Ausland wird als notwendiger Schritt betrachtet, um die demografischen Herausforderungen zu meistern.
Gemeinsam stark für die Zukunft
Die Initiative „Rettet die Dorfbeiz“ zeigt, wie wichtig die Gastronomie als Anbieter von Ausbildungsplätzen ist. Dölf Biasotto, Ausserrhoder Bau- und Volkswirtschaftsdirektor, plädiert für eine liberale Gesetzgebung und lobt die pragmatische Herangehensweise im Appenzellerland. Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Appenzeller Tourismusverbänden wird intensiviert, was jedoch Zeit und Diskussionen erfordert. Die gemeinsame Geschäftsstelle „Appenzellerland Tourismus“ benötigt die Unterstützung aller Leistungsträger und Behörden. Ein erfreulicher Aspekt: Mitglieder von Gastro Appenzellerland AR müssen für den neuen Tourismusverband keine separaten Partnerbeträge zahlen; die Kosten werden durch eine Jahrespauschale abgedeckt.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Gastronomie in Appenzell Ausserrhoden vor großen Herausforderungen steht, aber auch zahlreiche Chancen bietet. Die Branche ist auf motivierte Fachkräfte angewiesen, und es liegt an den Akteuren vor Ort, die notwendigen Schritte zu unternehmen, um die Gastronomie zukunftsfähig zu gestalten und die Tradition der Gastfreundschaft weiterzuführen.