In den letzten Wochen hat das Thema PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) zunehmend an Brisanz gewonnen, insbesondere in der Ostschweiz. Der Bund plant Maßnahmen, um PFAS-belastete Lebensmittel einzudämmen und will die Kantone verpflichten, Tests durchzuführen und Verkaufsverbote zu erlassen. Diese „Ewigkeitschemikalien“, die in zahlreichen Produkten wie Lebensmittelverpackungen, Kleidung und sogar Kosmetik vorkommen, stellen eine ernsthafte Gesundheitsgefahr dar. Sie gelangen über belastetes Wasser und Böden in unsere Nahrungsmittel und reichern sich im menschlichen Körper über Jahre hinweg an.
Im Kanton St.Gallen wurde bei verschiedenen Bauernhöfen Fleisch entdeckt, dessen PFAS-Werte die gesetzlichen Höchstgrenzen überschreiten. Dies wird als klare Verletzung des Bundesrechts gewertet. Auch im Kanton Appenzell Ausserrhoden wurden erhöhte PFAS-Werte in Milchproben festgestellt. Hier fordert die Regierung die Landwirte zu freiwilligen Tests auf, da es für Milch und Tränkewasser derzeit nur Richtwerte und keine gesetzlichen Höchstwerte gibt.
Die Gefahren der PFAS
PFAS sind in fast allen Menschen nachweisbar und deren Belastung variiert stark, abhängig von Ernährung und Wohnort. Besonders Vegetarier und Veganer scheinen tendenziell niedrigere Werte aufzuweisen. In Deutschland wurde festgestellt, dass über 1.500 Orte mit PFAS-Belastung existieren, darunter über 300 Hotspots, die Gesundheitsgefahren darstellen. Diese Chemikalien sind nicht nur in Trinkwasser und Lebensmitteln nachweisbar, sondern auch in Plazenta und Muttermilch, was für Neugeborene besonders riskant ist.
Die gesundheitlichen Risiken sind vielfältig: Einige PFAS-Verbindungen gelten als krebserregend und können Probleme wie erhöhte Cholesterinwerte und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen. Auch in der Nähe von Produktionsstätten und Militärflughäfen sind die Belastungen oft höher. Es ist daher von entscheidender Bedeutung, dass die Lebensmittelproduzenten und die Behörden zusammenarbeiten, um die Ursachen der PFAS-Belastung zu klären und den Kreislauf zu durchbrechen.
Die Reaktionen der Kantone
Der Kanton Appenzell Ausserrhoden hat sich proaktiv gezeigt und betont, dass die Lebensmittelsicherheit gewährleistet ist. Dennoch fordert der Regierungsrat eine Übergangsfrist von 12 bis 18 Monaten für betroffene Produkte, bevor ein Verkaufsverbot in Kraft tritt. Der Bauernverband drängt auf eine rasche Klärung der Ursachen und rechtliche Sicherheit für die betroffenen Betriebe. Die Notwendigkeit eines Runden Tisches, um alle relevanten Akteure zusammenzubringen, wird ebenfalls hervorgehoben.
Insgesamt ist klar, dass die Problematik der PFAS nicht nur ein lokales, sondern ein globales Thema darstellt. Die EU und andere Länder arbeiten bereits an der Regulierung dieser Chemikalien, während in Deutschland ab dem 12. Januar 2026 Grenzwerte für PFAS im Trinkwasser gelten werden. Auch wenn ein vollständiges Verbot der gesamten Stoffgruppe noch nicht beschlossen ist, zeigen frühere Teilverbote, wie etwa für PFOA und PFOS, bereits positive Effekte auf die Reduzierung der Belastung.
Die Forderung nach Maßnahmen zur Reduzierung der PFAS-Belastung wird lauter. Verbraucher können ihren Teil dazu beitragen, indem sie weniger Einwegverpackungen verwenden und auf PFAS-freie Produkte achten. Die Zeit zu handeln ist jetzt – für die Gesundheit unserer Mitmenschen und für eine saubere Umwelt.
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