Heute ist der 27.06.2026 und ich sitze hier, um einen Artikel über ein Thema zu schreiben, das uns alle betrifft, auch wenn wir es vielleicht nicht so recht wahrhaben wollen. In der Schweiz, wo manch einer die Milch von glücklichen Kühen für die beste der Welt hält, gibt es jetzt jedoch beunruhigende Neuigkeiten. Ein Test von 15 Vollmilch-Proben hat ergeben, dass keine einzige dieser Proben frei von PFAS-Chemikalien ist. Diese Substanzen, die in der Umwelt für ihre extreme Langlebigkeit bekannt sind, wurden besonders in Milch aus der Ostschweiz in höheren Konzentrationen nachgewiesen. Das lässt einen schon mal aufhorchen, oder?

Der Schweizer Bauernverband hat bereits eine Vermutung geäußert, dass die früheren Klärschlamm-Düngungen eine erhebliche Rolle spielen könnten. Besonders besorgniserregend ist, dass selbst Bio-Milch-Produkte betroffen sind. Diese enthalten PFOS, PFOA oder TFA – allesamt Chemikalien, die nicht nur gesundheitsschädlich, sondern auch potenziell krebserregend sind. Bei einem Test wurde sogar der höchste PFOS-Wert in einer Probe festgestellt. Das bringt einen doch ins Grübeln, wenn man sich ein schönes Stück Käse auf ein frisches Brot schmiert.

Grenzwerte und deren Fehlen

Interessanterweise gibt es in der Schweiz und der EU momentan überhaupt keine Grenzwerte für PFAS in Milch. Das klingt nach einem echten Schlamassel. Der EU-Richtwert für PFOS liegt zwar bei 20 Nanogramm pro Kilo Milch, aber keine der getesteten Proben überschritt diesen Wert. Die höchste Belastung wurde mit 12 Nanogramm PFOS in Bio-Milch aus der Ostschweiz festgestellt. Woanders in der Schweiz, wie zum Beispiel in Bern, Freiburg und Graubünden, zeigen die Milchproben jedoch geringere Chemikalienwerte, was ein wenig Licht ins Dunkel bringt. Trotzdem, die Zahlen sind alarmierend!

Die US-Umweltbehörde EPA hat bereits angedeutet, dass sie einen PFOS-Grenzwert von 4 Nanogramm pro Liter Wasser plant. Das ist natürlich eine feine Sache, aber bei unserem Test lagen nur 4 von 15 Milchproben unter diesem Wert. In Dänemark gibt es einen Grenzwert für TFA im Wasser von 9000 Nanogramm pro Liter, und das ist noch nicht alles: vier Milchproben wiesen über 5000 Nanogramm TFA auf. Das lässt einen schon mal schaudern.

Die schleichenden Gefahren

PFOA und PFOS sind nicht nur chemische Begriffe, die man sich schwer merken kann. Diese Stoffe sind dafür bekannt, Krankheiten auszulösen, das Krebsrisiko zu erhöhen und das Immunsystem sowie die Fortpflanzung zu beeinträchtigen. TFA ist zwar weniger gut erforscht, wurde aber von der EU-Chemikalienbehörde als fortpflanzungsschädigend eingestuft. Man fragt sich, wie viele Leute sich dieser Gefahren wirklich bewusst sind, wenn sie ihren Kaffee mit einem Schuss Milch verfeinern.

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Ein Blick über die Grenze zeigt, dass die Regulierung von PFAS uneinheitlich ist. Einige dieser Chemikalien sind bereits verboten oder eingeschränkt, während andere unreguliert bleiben. Langkettige Verbindungen wie PFOS und PFOA sind seit 2010 und 2020 weltweit verboten – mit Ausnahme einiger weniger Anwendungsbereiche. Die Problematik ist komplex und erfordert ein Umdenken. Deutsche Behörden arbeiten bereits gemeinsam mit anderen europäischen Ländern daran, die Verwendung von PFAS einzuschränken, um unsere Gesundheit und Umwelt zu schützen.

Das Thema PFAS ist also nicht nur ein wissenschaftliches Problem, sondern betrifft uns alle. Die Tatsache, dass die Milch, die wir so gerne konsumieren, mit solchen Chemikalien belastet ist, sollte uns zu denken geben. Die Gesundheit unserer Kühe, die Qualität unserer Lebensmittel und letztlich auch unser eigenes Wohlbefinden hängen davon ab. Vielleicht wird es Zeit, bewusster auf das zu achten, was wir konsumieren.