Am 5. Mai 2026 war es wieder so weit: Die 17. Mitgliederversammlung von Spitex Kanton Zug begann in der charmanten Baarer Rathus-Schüür. Rund 75 Teilnehmende, darunter viele, die sich mit Herz und Seele für die Pflege und Betreuung von Menschen einsetzen, fanden sich ein. Vorstandspräsident Andreas Blank führte durch die Veranstaltung und sorgte für einen angenehmen Rahmen, während Geschäftsleitungsmitglied Esther Rüttimann zurückblickte auf das Geschäftsjahr 2025. Die Zahlen waren durchaus erfreulich: Effizienzsteigernde Maßnahmen, insbesondere die Digitalisierung, haben die wirtschaftliche Situation im Vergleich zum Vorjahr spürbar verbessert.
Die Jahresrechnung schloss ausgeglichen ab – ein Zeichen, dass die Spitex in Zug auf dem richtigen Kurs ist. Rund 280 Mitarbeitende betreuten mehr als 3.080 Kundinnen und Kunden, was bedeutet, dass im Schnitt 700 Einsätze pro Tag in den Bereichen Pflege, Hauswirtschaft und Betreuung geleistet wurden. Das sind insgesamt 238.500 Einsätze! Doch trotz dieser beeindruckenden Zahlen gibt es Herausforderungen, die nicht ignoriert werden können. Der Fachkräftemangel und ein umkämpftes Wettbewerbsumfeld führten zu einem Rückgang der Pflegeleistungen. Das ist ein Thema, das uns alle betrifft.
Die Rolle von Spitex in der Gesellschaft
Gesundheitsdirektor Andreas Hausheer sprach während der Versammlung eindringlich über die Rolle der Spitex, insbesondere in der Palliativpflege. Angesichts einer alternden Gesellschaft und dem Mangel an Pflegebetten gewinnt der Grundsatz „ambulant vor stationär“ immer mehr an Bedeutung. Mobile Dienste müssen dringend gestärkt werden, damit wir den Herausforderungen der Zukunft gewachsen sind. Carina Brüngger, die bisherige Geschäftsführerin, wurde nach sieben Jahren verabschiedet, und Serge Wilhelm wurde als neuer Geschäftsführer vorgestellt – ein frischer Wind, der ab Juli wehen wird!
Doch was wäre die Spitex ohne die Unterstützung der Gemeinden? Diese bezahlen eine Abgeltungspauschale für KVG-pflichtige Spitex-Leistungen, die eine breite Palette an Diensten umfassen: Abklärung und Beratung, Untersuchung und Behandlung sowie Grundpflege. Die Abrechnung dieser Leistungen erfolgt über spezifische Formulare, die von zugelassenen Spitexorganisationen und selbstständig erwerbenden Pflegefachpersonen genutzt werden müssen. Es ist ein komplexes System, und bei Fragen stehen die Sozialabteilungen der Gemeinden oder die Fachstelle Langzeitpflege zur Verfügung.
Digitalisierung als Chance
Ein weiterer spannender Aspekt, der während der Versammlung zur Sprache kam, war die fortschreitende Digitalisierung in den Spitex-Organisationen. Diese Entwicklung entlastet die Mitarbeitenden und ermöglicht effizientere Prozesse. Judith Liechti betonte die Notwendigkeit dieser digitalen Transformation – nicht nur wegen des Fachkräftemangels, sondern auch aufgrund des Spardrucks. Marc Besson sieht darin einen Weg zur Optimierung der Gesundheitsversorgung. In diesem Zusammenhang ist es beeindruckend zu beobachten, wie Spitex Bern vor zehn Jahren die Plattform OPAN für Patientenanmeldungen entwickelte, die ab September 2024 von Concara genutzt werden wird.
Die Digitalisierung erfasst viele Bereiche der Pflege, von der elektronischen Dokumentation der Patientendaten bis hin zur Einführung von digitalen Kundenportalen. Projekte wie die Telepflege, die von Spitex Bern und IMAD initiiert werden, zeigen, wie Pflege auch aus der Ferne möglich ist. Das alles ist nicht nur ein Trend, sondern eine echte Notwendigkeit, um die Qualität der Pflege aufrechtzuerhalten und weiter zu verbessern. Es bleibt spannend zu sehen, wie sich die Digitalisierung weiter entwickelt und welche neuen Möglichkeiten sie für die Spitex-Organisationen bereithält.
Das Treffen in der Rathus-Schüür war mehr als nur eine Mitgliederversammlung – es war ein Ort des Austauschs, der Inspiration und der Weichenstellung für die Zukunft der Pflege in Zug. Die Herausforderungen sind groß, aber die Leidenschaft und der Wille, es besser zu machen, sind unübersehbar. Und so gehen wir alle mit einem guten Gefühl aus der Veranstaltung, bereit, die kommenden Herausforderungen gemeinsam anzugehen.