Heute ist der 26.05.2026, und während ich hier in Zug sitze und über die aktuellen Entwicklungen im Bereich des Luftverkehrs nachdenke, spüre ich, dass wir an einem spannenden Punkt angekommen sind. Der Bundesrat hat beschlossen, die Regeln für Dienstreisen von Bundesangestellten zu verschärfen. Das Ziel? CO2-Emissionen reduzieren! Eine Maßnahme, die sicherlich nicht nur für die Beamten, sondern auch für uns alle Auswirkungen haben wird.
Ab sofort müssen die Bundesangestellten künftig den Zug nach Brüssel nehmen, wenn die Reise weniger als acht Stunden dauert. Vorher lag die Grenze bei sechs Stunden. Das bedeutet konkret: Die beliebte Strecke von Bern nach Brüssel, die mit einer schnellsten Zugverbindung von 6 Stunden und 43 Minuten zwar nicht ganz in das neue Regelwerk passt, wird dennoch für viele zur neuen Normalität. Diese Entscheidung kommt nicht von ungefähr, denn im Jahr 2024 waren 1.661 Flüge nach Brüssel registriert – das hat ein ordentliches Gewicht auf die CO2-Bilanz gelegt.
Fliegen? Nur in Ausnahmefällen!
Flugreisen innerhalb Europas waren bis jetzt ein gängiges Mittel, um zwischen wichtigen Geschäftszielen zu pendeln. Doch selbst bei einer kurzen Zugfahrt unter sechs Stunden wird das Fliegen nur in Ausnahmefällen gestattet. Trotz der bereits bestehenden Vorgaben, die 2019 eingeführt wurden, um den ökologischen Fußabdruck der Bundesverwaltung zu verringern, fiel der Rückgang der Flüge und der geflogenen Kilometer nicht so drastisch aus, wie erhofft. So flogen die Beamten im Jahr 2024 über 23.670 Mal und legten dabei rund 44,4 Millionen Kilometer zurück. Ein echter Brocken an Emissionen – 61% der CO2-Emissionen der Bundesverwaltung stammen aus diesen Flugreisen!
Interessanterweise zeigen die neuen Einschränkungen bereits Wirkung. Nach Paris beispielsweise sind im Jahr 2024 nur noch wenige Dutzend Flüge registriert worden. Allerdings bleiben Verbindungen zu Städten wie Rom, Wien oder Berlin weiterhin möglich, denn hier dauert die Zugreise jeweils länger als acht Stunden. Man fragt sich, wie die Reisenden auf diese Änderungen reagieren werden – wird der Zug zur neuen ersten Wahl oder bleibt das Fliegen trotz aller Einschränkungen eine verlockende Option?
Auf dem Weg zur CO2-Neutralität
Parallel dazu hat der Bundesrat auch einen umfassenden Bericht über CO2-neutrales Fliegen bis 2050 in Auftrag gegeben. Die Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie hat 2021 diesen Schritt gefordert, und die Zustimmung der Bevölkerung zum Klima- und Innovationsgesetz im Juni 2023 zeigt, dass das Bewusstsein für die Notwendigkeit von Veränderungen wächst. Der Bericht besagt, dass das Ziel der CO2-Neutralität für die Luftfahrtindustrie erreichbar ist, jedoch erhebliche Investitionen in Forschung und Entwicklung erfordert – ein klarer Hinweis darauf, dass wir noch einen langen Weg vor uns haben.
Eine der zentralen Maßnahmen zur Reduktion fossiler CO2-Emissionen ist der Einsatz von nachhaltigen Flugtreibstoffen (SAF). Diese sollen helfen, die Emissionen erheblich zu senken. Während Wasserstoff- und Elektroflugzeuge als wenig wirksam in der nahen Zukunft eingestuft werden, sind Effizienzsteigerungen in der Flugzeugflotte und im Flugbetrieb ebenfalls wichtig. Ein weiteres Instrument, das ab 2025 in Kraft tritt, sieht eine Beimischpflicht für nachhaltige Treibstoffe vor. Das sind alles Schritte in die richtige Richtung, aber ob sie ausreichen werden, bleibt abzuwarten.
Die Klimawirkung des Luftverkehrs
Es ist klar, dass der Luftverkehr das Klima erheblich beeinträchtigt. Die Verbrennung von Kerosin erzeugt nicht nur CO2, sondern auch andere klimawirksame Substanzen, die als „nicht-CO2-Klimaeffekte“ bekannt sind. Die genauen Auswirkungen dieser Substanzen sind noch unklar, und das ist besorgniserregend. Technische, organisatorische und regulatorische Maßnahmen sind notwendig, um den Einfluss des Luftverkehrs zu verringern. Das ist ein komplexes Thema, und die Diskussion darüber ist alles andere als abgeschlossen.
Wer hätte gedacht, dass der Zug eine so zentrale Rolle in der künftigen Reisekultur spielen könnte? Vielleicht wird die Fahrt mit dem Zug ja zu einem neuen Erlebnis – Zeit, um zu entspannen, zu arbeiten oder einfach die Landschaft zu genießen. Und mal ehrlich, das Geräusch der Gleise hat schließlich auch seinen eigenen Charme.