Zug auf der Kippe: Kläys Abschied und ein Neuanfang beim EV Zug
Heute ist der 20.06.2026, und die Nachrichten aus Zug haben es in sich: Der EV Zug, ein Verein, der in den letzten Jahren für Aufsehen sorgte, trennt sich von seinem langjährigen Sportchef Reto Kläy. Nach zwölf Jahren im Amt, in denen er den Klub zu zwei Meistertiteln in 2021 und 2022 führte, musste Kläy nun seinen Hut nehmen. Ein echter Paukenschlag, wenn man bedenkt, dass er als dienstältester Manager der Liga galt, nur übertroffen von Martin Steinegger.
Die Hintergründe sind ebenso spannend wie bedauerlich. Kläy äußerte intern kritische Stimmen zur aktuellen Ausrichtung des Klubs sowie zur Kooperation mit dem Athletikzentrum OYM. Ein Zentrum, das – das muss man klar sagen – mit über 100 Millionen Franken von Präsident Hans-Peter Strebel finanziert wurde und dem EV Zug durchaus Vorteile bieten könnte. Doch die dogmatische Trainingslehre des OYM wird von vielen, auch von Kläy selbst, als problematisch angesehen. Er kritisierte die Abhängigkeit des Klubs von dieser Institution, was offenbar nicht gut ankam.
Ein turbulentes Jahr für den EV Zug
Das Jahr 2025 war für den EV Zug alles andere als einfach. Der Klub scheiterte im Play-off-Viertelfinal und erzielte den schlechtesten Qualifikationsplatz seit 2014 – Platz 8. In den Exit-Meetings gab Kläy die Kritik der Spieler zur Klubkultur weiter, die offenbar nicht nur in den Hallen des Eisstadions, sondern auch in den Herzen der Fans und Spieler widerhallte. Ein schwedisches Trio, bestehend aus Carlsson, Hansson und Olofsson, wurde aus laufenden Verträgen verabschiedet, während Trainer Michael Liniger im Januar 2025 seinen Posten räumen musste. Sein Nachfolger, Benoît Groulx, brachte keine wirkliche Besserung.
Die Entscheidung zur Trennung von Kläy wurde vom Verwaltungsrat getroffen, obwohl erst Ende April ein neuer Trainer, Lauri Marjamäki, eingestellt worden war. Man fragt sich, was in den Köpfen der Entscheidungsträger vorgeht. Kläy selbst hatte erklärt, dass seine Mission im EV Zug noch nicht abgeschlossen sei. Doch am Ende setzte sich die Überzeugung durch, dass ein Neuanfang nötig war.
Der neue Mann an der Spitze
Nun wird Ted Suihkonen, der bisherige Nachwuchschef und amerikanisch-schwedische Doppelbürger, Kläys Nachfolge antreten. Interessanterweise war auch Suihkonen ein Kritiker des OYM, hat jedoch seine Meinung geändert. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass im Verein ein Umdenken stattfindet. Man darf gespannt sein, wie sich die Situation unter seiner Leitung entwickeln wird.
CEO Patrick Lengwiler überbrachte die Nachricht von Kläys Entlassung und blieb dabei im Hintergrund. Der Klub plant, sich am Montag detailliert zu äußern. Es bleibt abzuwarten, welche Schritte der EV Zug unter dem neuen Sportchef einleiten wird. Fans und Spieler sind gleichermaßen gespannt – schließlich geht es um die Zukunft des Klubs, der in den letzten Jahren sowohl Höhen als auch Tiefen erlebt hat.
