Der Kanton Zürich, bekannt für seine pulsierende Wirtschaft und die hohe Lebensqualität, sieht sich 2025 mit einem bemerkenswerten Phänomen konfrontiert: Der Abwanderung von Unternehmen. Laut einer Auswertung der Wirtschaftsauskunftei Crif hat Zürich in diesem Jahr mehr Firmen an andere Kantone verloren als jeder andere Ort in der Schweiz. Ein negativer Saldo von 252 Unternehmen ist das Ergebnis. Die Zahlen sind erschreckend – über 38’000 im Handelsregister eingetragene Firmen haben ihren Sitz innerhalb der Schweiz verlegt, wobei etwa 7’500 in einen anderen Kanton wechselten. Ein echter Grund zum Nachdenken, oder?
Vor allem die Nachbarkantone Zug, Aargau und Schwyz haben von dieser Wanderungsbewegung profitiert. Zug, der große Gewinner, verzeichnete einen Nettozuwachs von 68 Unternehmen. Komischerweise hat der Kanton zwar seinen Status als steuergünstigster Standort verloren (Luzern hat die Unternehmenssteuer gesenkt), bleibt aber dennoch ein beliebtes Ziel für die Standortverlegungen. Irgendwie scheint es, als ob die Firmen lieber das Risiko des Umzugs in Kauf nehmen, als in Zürich zu bleiben – obwohl hier alles so schön und lebenswert ist!
Die Abwanderung und ihre Gründe
Eine Analyse des Bundesamts für Statistik zeigt, dass zwischen 2012 und 2021 im Durchschnitt jährlich etwa 572 Betriebe aus Zürich wegzogen, während lediglich 456 neue Unternehmen in die Stadt kamen. Das ergibt einen negativen Saldo von 116 Betrieben pro Jahr. Auch die Beschäftigungszahlen sind nicht zu vernachlässigen: Ein Verlust von 197 Vollzeitäquivalenten pro Jahr schmerzt. Besonders auffällig ist, dass mehr als 90 % der wegziehenden Unternehmen weniger als zehn Vollzeitäquivalente beschäftigen. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass vor allem kleinere Betriebe auf der Suche nach besseren Bedingungen sind.
Die Gründe für die Abwanderung sind vielfältig. Viele Unternehmen ziehen in benachbarte Regionen, oft aufgrund von günstigeren Flächenpreisen oder einfach besseren Bedingungen für ihre speziellen Bedürfnisse. Besonders der Aargau zieht mit 18 % der Betriebswanderungen, gefolgt von Zug (16 %) und Schwyz (13 %), die meisten wegziehenden Betriebe an. Es ist fast so, als ob die Firmen eine Schatzkarte gefunden haben, die ihnen zeigt, wo das Gras grüner ist.
Die wirtschaftliche Landschaft der Schweiz
Und während Zürich mit diesen Herausforderungen kämpft, bleibt die gesamte Schweiz ein stabiler Hafen in wirtschaftlicher, sozialer und politischer Hinsicht. Der Erfolg des Landes beruht auf einem dualen Bildungssystem, hochwertigen Universitäten und einer starken internationalen wirtschaftlichen Integration. Die hohe Lebensqualität und die Vielfalt auf kleinem Raum machen die Schweiz zu einem attraktiven Ziel – nicht nur für Unternehmen, sondern auch für Expats aus aller Welt. Die Kombination aus internationalem Talent und einem hervorragenden einheimischen Bildungssystem sorgt dafür, dass Unternehmen hier einen großen Pool an qualifizierten Arbeitskräften finden.
Wettbewerbsfähige Steuersätze, geringe Verwaltungskosten und eine unternehmensfreundliche Verwaltung – all das macht die Schweiz weiterhin zu einem Magneten für Firmen. Allerdings stellt sich die Frage, ob Zürich es schafft, seine Position als führender Wirtschaftsstandort zu verteidigen oder ob die Abwanderung von Unternehmen das Bild nachhaltig verändern wird. Der Zeitgeist weht in eine neue Richtung, und es bleibt spannend, wie sich die Dinge entwickeln werden.