Verborgene Schätze: Das Bernina-Wandbild aus 1941 erweckt die Alpenstrasse in Zug zum Leben
Beim Abriss eines alten Gebäudes an der Alpenstrasse in Zug kam es zu einer kleinen Sensation! Die Arbeiter stießen auf ein beeindruckendes Wandbild aus dem Jahr 1941, das eine Reklame für die Bernina-Nähmaschine zeigt. Wer hätte gedacht, dass beim Abbruch eines Hauses ein Stück Geschichte ans Licht kommen würde? Dieses Wandbild hat nicht nur die Zeit überdauert, sondern ist auch ein wunderbares Beispiel für die hohe Qualität der Reklamegrafik der damaligen Zeit. Ueli Kleeb, ein Zuger Grafiker, ist regelrecht begeistert von dieser Entdeckung und hat sogar eine fünfseitige Abhandlung darüber verfasst.
Das Wandbild ist an der Nordfassade der Alpenstrasse 14, dem sogenannten Haus Terminus, zu finden. Strategisch günstig gelegen, spricht es die Augen der vorbeifahrenden Eisenbahnreisenden an, die in Richtung Süden unterwegs sind. Auf den ersten Blick sieht es fast aus wie neu, bis auf einen übermalten weißen Streifen, der an die Zeit erinnert, als das Gemälde nicht ganz unumstritten war. Der Stadtpräsident bezeichnete die Reklame damals als geschmacklos und gegen den Heimatschutz – was für ein Aufstand! Nach einigen Diskussionen durfte das Wandbild aber in abgeänderter Form stehen bleiben.
Ein Blick zurück in die Zeit
Die Geschichte des Wandbildes ist in der Tat bemerkenswert. 1948 wurde es durch einen Anbau des Hauses Urania verdeckt, doch mit dem Abriss dieses Gebäudes kam die Bernina-Reklame wieder ans Tageslicht. Man kann sagen, dass es zu den größten noch erhaltenen historischen Werbefassaden der Schweiz zählt. Die Alpenstrasse, die sich direkt beim Bahnhof Zug erstreckt, war damals ein Hotspot für Werbebotschaften, die sich direkt an die Reisenden richteten.
Ueli Kleeb hat die kantonale Denkmalpflege auf den Wert des Wandbildes aufmerksam gemacht. Und das ist nicht ohne Grund! Das Gebäude, an dem es sich befindet, ist bereits als „schützenswert“ im Denkmalinventar eingestuft. Ein wahres Kleinod! Bevor jedoch ein bereits bewilligter Neubau errichtet wird, wird das Wandbild fotografisch dokumentiert. In den nächsten ein bis zwei Jahren wird es wieder verdeckt sein, aber zum Glück bleibt es dennoch erhalten.
Kunst und Geschichte verknüpfen
Über die Jahre hat sich die Wertschätzung für solche historischen Objekte gewandelt. Die Buchreihe „Die Kunstdenkmäler der Schweiz“ (KdS) hat dazu beigetragen, das Bewusstsein für Baukultur, Kunst und Geschichte der Schweiz und Liechtensteins zu schärfen. Mit über 65.000 Seiten und vielen Abbildungen ist KdS-online das größte geisteswissenschaftliche Digitalisierungsprojekt der Schweiz. Die Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (GSK) sorgt dafür, dass Inhalte aus dieser Reihe digital zugänglich sind – was für eine tolle Möglichkeit, Geschichte hautnah zu erleben!
Die Digitalisierung wird bis 2027 abgeschlossen sein und umfasst über 60.000 Objekte, die mit relevanten Informationen vernetzt sind. Wer weiß, vielleicht wird auch das Bernina-Wandbild eines Tages Teil dieser digitalen Schatztruhe? Es bleibt jedenfalls spannend, wie diese Entdeckung weiter verfolgt wird und welche Geschichten noch ans Licht kommen werden.
