In Zug tut sich was im Gartenbereich! Die Stadt hat beschlossen, eine kostenlose Gartenberatung für naturnahe Gartengestaltung einzuführen. Ja, richtig gelesen! Ab jetzt können sich die Zuger EinwohnerInnen bei der Planung ihrer grünen Oasen professionell unterstützen lassen. Aber Moment – das Ganze gibt’s nicht neu, denn in den Nachbargemeinden Cham und Hünenberg läuft das Angebot schon seit 2017. Ein Schritt, der nicht nur die Gärten, sondern auch die Biodiversität fördern soll. Und das ist ja mehr als nötig, wenn man bedenkt, wie sehr die Artenvielfalt in unseren Städten leidet.
Doch nicht alle sind begeistert von dieser Initiative. Der SVP-Fraktionschef Roman Küng äußert sich kritisch und bezeichnet die Maßnahme als einen Weg hin zu einer subventionierenden Stadt. Zug hat es sich schließlich nicht leicht gemacht: Im Jahr 2025 hat die Stadt mit 3350 Franken pro Person den höchsten Beitrag im nationalen Finanzausgleich gezahlt. Zum Vergleich: Der Kanton Jura bekam nur 2043 Franken pro Einwohner. Und das geht nicht nur um finanzielle Unterstützung, sondern auch um die Verantwortung, die starke Kantone gegenüber den schwächeren haben.
Biodiversität im Fokus
Die Einführung der Gartenberatung ist Teil eines größeren Bildes. Kommunale Biodiversitätsstrategien sind darauf ausgelegt, den Anteil und die Vernetzung von naturnahen, arten- und strukturreichen Grün- und Freiflächen zu erhöhen. Ziel ist es, ein ökologisches Grünflächenmanagement zu fördern, siedlungstypische Tiere und gebietsheimische Pflanzen zu unterstützen und das Bewusstsein für die biologische Vielfalt in unseren Städten zu steigern. Das läuft alles im Einklang mit den Zielen der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt 2030 (NBS 2030). Ein bisschen wie ein Puzzle, bei dem jede Maßnahme ein wichtiges Teilchen ist.
Die Zuger Regierung hat sich dafür entschieden, auch beim Thema Biodiversität aktiv zu werden. Bis zum 1. März 2026 können Kommunen Projektskizzen zur Erstellung einer eigenen Biodiversitätsstrategie einreichen. Dabei geht es nicht nur um schöne Worte! Fördermittel können für qualifiziertes Fachpersonal, Öffentlichkeitsarbeit und beispielhafte Maßnahmen beantragt werden. Es wird spannend zu sehen, wie sich diese Strategien in der Stadt entwickeln und ob sie tatsächlich einen positiven Einfluss auf unsere Lebensräume haben werden.
Ein ganzheitlicher Ansatz
Die Herausforderungen des Biodiversitätsschutzes sind vielfältig. Das Projekt „Marktplatz der biologischen Vielfalt“ zeigt, dass es nicht nur um die Strategie selbst geht, sondern auch um die Akzeptanz in der Bevölkerung. Die Strategien sind eine Kombination aus klaren Zielen und einem Handlungsprogramm, das den Erhalt der Lebensraumvielfalt, Artenvielfalt und genetischen Vielfalt umfasst. Hier wird deutlich: Es geht um ganz konkrete Maßnahmen, die den Wert der biologischen Vielfalt ins Bewusstsein rücken sollen.
Es bleibt also abzuwarten, wie die Zuger Bevölkerung auf die neue Gartenberatung reagiert. Die SVP hat bereits Fragen zur rechtlichen Grundlage und den Kosten aufgeworfen. Vielleicht bringt die Gartenberatung ja frischen Wind in die Stadt und sorgt dafür, dass die BewohnerInnen nicht nur ihre Gärten, sondern auch ihr Bewusstsein für die Natur um sich herum erweitern. Schließlich leben in Zug nicht nur viele Superreiche, sondern auch Menschen, die sich mit einfach ausgestatteten Wohnungen abmühen – 40 Prozent können die Miete nicht vollständig selbst bezahlen. Ein bisschen mehr Grün könnte hier vielleicht auch die Lebensqualität erhöhen.