Am vergangenen Abend fand in der St. Oswald-Kirche in Zug das Zuger «Forum Kirche und Wirtschaft» statt, und das Thema war alles andere als trocken: Freiwilligenarbeit! Rund 70 Menschen zwischen 40 und 80 Jahren hatten sich versammelt, um über die unbezahlte, aber unermesslich wertvolle Arbeit zu diskutieren, die viele von uns täglich leisten. Gaby Wyss, die Pastoralraumleiterin, hielt einen bewegenden Vortrag über die Bedeutung kirchlicher Freiwilligenarbeit. Ehrlich gesagt, es war nicht nur informativ – es war auch inspirierend!
Die musikalische Umrahmung kam von Jonas Iten, einem talentierten Cellisten aus Zug, der mit Stücken von Bach und Vivaldi die Zuhörer in eine andere Welt entführte. Es war, als ob die Musik selbst die Herzen der Anwesenden berührt hat. Moderiert wurde die Veranstaltung von Nicole Freudiger, die nicht nur als SRF-Moderatorin bekannt ist, sondern auch als Volleyball-Trainerin. Sie brachte persönliche Erfahrungen ein, die die Diskussion auf eine sehr menschliche Ebene hoben.
Neue Wege zur Freiwilligenarbeit
Ein weiterer interessanter Input kam von Jakub Samochowiec vom Gottlieb Duttweiler Institut. Er sprach über innovative Ansätze zur Gewinnung von Freiwilligen. Quartiertreffen, Facebook-Gruppen und sogar Online-Plattformen – alles Möglichkeiten, die gerade jüngere Generationen ansprechen könnten. Barbara Schwede, Kommunikationsspezialistin, war ebenfalls da und betonte die Wichtigkeit einer professionellen Präsenz in sozialen Medien. Das steigert nicht nur die Sichtbarkeit der Organisationen, sondern hilft auch, eine Identifikation zu schaffen. Es scheint, als könnte die digitale Welt eine Brücke schlagen zwischen den Generationen.
Ein spannendes Podiumsgespräch mit Felix Jaray, der von seinen positiven Erfahrungen mit Freiwilligen während der Special Olympic Games in Zug berichtete, rundete den Abend ab. Hier wurde klar, dass sowohl Jung als auch Alt lieber spontan in Projekten aktiv werden wollen, anstatt sich in verbindliche Gremien zu verstricken. Eine erfrischende Erkenntnis!
Die Herausforderung der Freiwilligenarbeit
Das Publikum war bunt gemischt, doch auffallend war, dass keine Vertreter aus Öl-, Gas- und Krypto-Firmen anwesend waren. Stattdessen fanden sich viele Personen aus bestehenden Freiwilligenorganisationen im Raum. Ein interessanter Punkt wurde angesprochen: Unternehmen denken oft, dass sie durch Arbeitsplätze und Steuern genug zum Gemeinwohl beitragen. Doch die Vorteile der Freiwilligenarbeit für ihre Mitarbeitenden werden oft ignoriert. Eine Umfrage zeigte, dass fast 60% der 30- bis 49-Jährigen ihr freiwilliges Engagement aus beruflichen Gründen abbrechen. Rund die Hälfte hat noch nie Freiwilligenarbeit aufgenommen. Da könnte man sich doch auch mal fragen: Wo bleibt die Unterstützung für solche Initiativen?
Ein Vorschlag, der im Raum stand, war eine gezielte Einladung an global tätige Firmen. Das hätte den Abend sicher noch bereichert und neue Perspektiven eröffnet.
Die Vorteile für alle Generationen
Ehrenamtliche Tätigkeiten bieten nicht nur eine Chance für die Gemeinschaft, sondern auch für die Freiwilligen selbst. Besonders Senioren profitieren von diesen Engagements. Sie bleiben aktiv, pflegen soziale Kontakte und bringen ihre Erfahrungen ein. Das hat positive Effekte auf die mentale Gesundheit, steigert das Selbstwertgefühl und führt zu einer höheren Lebenszufriedenheit. Außerdem verringert es das Gefühl von Isolation – und das ist in unserer schnelllebigen Welt unbezahlbar.
Die Flexibilität in der Freiwilligenarbeit ermöglicht es, sich an persönliche Lebensphasen anzupassen. Senioren können sich in mehreren Projekten engagieren, solange die Belastung handhabbar bleibt. Und keine Sorge – auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität gibt es zahlreiche passende Tätigkeiten, die keine große körperliche Anstrengung erfordern.
Am Ende des Abends blieb ein Gefühl der Verbundenheit und der Hoffnung zurück. Freiwilligenarbeit ist mehr als nur ein Wort – es ist ein Lebensgefühl, das Generationen verbindet und das Gemeinwohl stärkt. Ein Hoch auf alle, die sich engagieren!