Im Herzen von Zürich bietet die Anlaufstelle «FGMhelp» einen wichtigen Raum für Frauen und Mädchen, die unter den Folgen der Genitalbeschneidung leiden. Die Nachfrage nach Beratungen dort wächst stetig. Im Jahr 2025 haben sich über 2025 Frauen und Mädchen an diese Anlaufstelle gewandt. Das zeigt, wie wichtig und notwendig dieses Angebot ist – gerade in einer Zeit, in der das Tabu rund um das Thema noch immer stark ist. Die Beratungen sind nicht nur vertraulich, sondern auch sensibel. Frauen, die sich an «FGMhelp» wenden, haben oft viele Fragen zur Gesundheit und den möglichen Folgen der Beschneidung. Hier wird Wert auf eine respektvolle und einfühlsame Kommunikation gelegt. Bei Bedarf werden die Betroffenen an Fachleute weitervermittelt, die sie umfassend unterstützen können.

Die Zahlen sind alarmierend: Laut Unicef haben weltweit über 230 Millionen Frauen und Mädchen eine Form der Genitalbeschneidung erfahren. In der Schweiz sind mehr als 20.000 Mädchen und Frauen betroffen oder gefährdet, davon alleine 2900 im Kanton Zürich. Diese Realität hat die Anlaufstelle dazu bewegt, ihr Angebot zu erweitern. «FGMhelp» wurde Anfang 2024 gegründet und wird vom stadtärztlichen Dienst im Ambulatorium Kanonengasse betrieben. Die meisten betroffenen Frauen stammen aus Afrika, dem Nahen Osten und Asien. Das zeigt, wie wichtig Aufklärungsarbeit ist, um junge Mädchen vor illegalen Beschneidungen zu schützen.

Gemeinsam gegen das Tabu

Ein zentrales Ziel von «FGMhelp» ist es, Angehörige und Fachleute aufzuklären. Das Thema berührt nicht nur Intimität und Sexualität, sondern auch tief verwurzelte kulturelle und traditionelle Aspekte. Der Anstieg der Hilfesuchenden wird als Erfolg gewertet, denn er zeigt, dass das Bewusstsein für diese Problematik wächst und mehr Frauen den Mut finden, darüber zu sprechen. Die Anlaufstelle hat ihre Zusammenarbeit mit anderen Fachstellen intensiviert, um betroffene Frauen und Mädchen frühzeitig zu erreichen. Es ist ein Zeichen des Wandels, dass immer mehr Menschen bereit sind, sich mit diesem sensiblen Thema auseinanderzusetzen.

In Deutschland gibt es ähnliche Initiativen, die sich für die Rechte von betroffenen Frauen und Mädchen einsetzen. Das bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ ist unter der kostenlosen Nummer 08000 – 116 016 erreichbar. Es richtet sich nicht nur an die Betroffenen selbst, sondern auch an Angehörige, Freund*innen und Fachkräfte. Das Angebot ist anonym und mehrsprachig – eine wichtige Unterstützung für viele, die sich in einer schwierigen Situation befinden.

Hilfe und Unterstützung

Der Verein „stop mutilation e.V.“ setzt sich nicht nur in Europa, sondern auch in Afrika für die Abschaffung der Genitalverstümmelung ein. In Düsseldorf gibt es eine Beratungsstelle, die Mädchen und Frauen bei gesundheitlichen, kulturellen und rechtlichen Fragen zur Seite steht. In Berlin wiederum bietet das Desert Flower Center umfassende Unterstützung, von psychosozialer Betreuung bis hin zu medizinischer Hilfe. Diese Netzwerke sind entscheidend, um die Betroffenen zu erreichen und ihnen zu helfen, ihre Stimme zu finden.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die Herausforderung bleibt, das Schweigen zu brechen und die Gesellschaft über die Gefahren und das Leid, das mit Genitalbeschneidungen verbunden ist, aufzuklären. Der Einsatz von Organisationen wie Terre des Femmes und dem Netzwerk Integra zeigt, wie wichtig der Austausch von Informationen und die Aufklärung der Öffentlichkeit sind. Es ist eine ständige und notwendige Arbeit, die noch lange nicht abgeschlossen ist. Jeder Schritt zählt!