Hundeprotest am Sihlufer: Zürichs Vierbeiner kämpfen um ihren Platz
In Zürich brodelt es – und das nicht nur wegen der Sommerhitze. Die Stadt plant, einen Teil des Sihlufers auf der Allmend Brunau für Hunde zu sperren. Diese hundefreie Zone erstreckt sich über etwa 450 Meter am rechten Sihlufer und soll ab März 2027 in Kraft treten. Viele Hundehalter sind darüber alles andere als erfreut! Am vergangenen Samstag versammelten sich mehrere Dutzend von ihnen und demonstrierten gegen die geplante Maßnahme. Die Atmosphäre war angespannt, aber auch von einem gewissen Gemeinschaftsgefühl geprägt. Es ist schon ein komisches Bild, wenn man sieht, wie sich die Menschen für ihre vierbeinigen Begleiter einsetzen, oder?
Die Stadt begründet die Sperrung damit, dass sich die Gegend verändert hat und mehr Familien die Allmend für sich entdeckt haben. Eine Bevölkerungsbefragung sowie ein Nutzungskonzept aus dem Jahr 2003 sollen die Entscheidung stützen. Aber das stößt auf Widerstand! SVP-Gemeinderat Johann Widmer, selbst Hundehalter und Koordinator des Widerstands, hat eine Website eingerichtet, auf der Einsprachen gegen das Verbot eingereicht werden können. Bis zum 24. Juli besteht diese Möglichkeit – und die Hundehalter nutzen sie. Über 120 Einsprüche sind bereits eingegangen. Widmer kritisiert zudem, dass die Vorschläge der Hundevertreter in der Mitwirkungsgruppe einfach ignoriert wurden. Das sorgt für zusätzlichen Unmut.
Demonstrationen und Alternative Wege
Die Demonstration, organisiert von dem Fernsehmoderator Salar Bahrampoori, versammelte zwischen 25 und 30 Teilnehmer, die allesamt für ihre Hunde und deren Rechte eintreten. Das Sihl-Ufer ist nicht nur ein beliebtes Ziel für Hundebesitzer, sondern auch ein Ort, an dem die Hunde im Sommer gerne ins Wasser springen – besonders wichtig an heißen Tagen. Für viele ist der Zugang zu diesem Bereich eine Frage der Lebensqualität. Die Hundehalter haben auch die Möglichkeit, am gegenüberliegenden Ufer entlangzugehen. Doch das ist nicht das Gleiche. Schatten? Fehlanzeige! Und in der Nähe des Waldes kann es schnell ungemütlich werden.
Grün Stadt Zürich hat in der Zwischenzeit betont, dass Hunde weiterhin auf dem Spulenweg mitgeführt werden können. Aber das wird von den Hundefreunden nicht gerade als großzügig empfunden. Die Einschränkung der Freilaufzonen sorgt für Bedenken und Unverständnis. Viele fordern Alternativen und machen Gewohnheitsrecht geltend – ein starkes Argument, wenn man bedenkt, wie lange diese Gebiete bereits genutzt werden.
Rechtliche Rahmenbedingungen
Doch was sagt das Gesetz? Das kantonale Hundegesetz (HuG 554.5) regelt die Ver- und Gebote im Umgang mit Hunden. Zutrittsverbote sind für verschiedene Objekttypen festgelegt, und die zuständige Behörde – in diesem Fall das Sicherheitsdepartement (SID) der Stadt Zürich – kann zusätzliche Bestimmungen erlassen. Die Bürger haben das Recht, sich über Hundehaltung zu informieren, und das ist genau der Zweck der Hundezonen. Die Stadt hat eine 30-tägige Einsprachefrist nach der Veröffentlichung im Amtsblatt am 24. Juni 2026 gesetzt.
Die Umsetzung der Regelung wird voraussichtlich erst ab März 2027 erfolgen, nachdem die neue Signaletik installiert ist. Bis dahin bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickelt und ob der Widerstand der Hundehalter tatsächlich Früchte trägt. Es bleibt spannend in Zürich – und das nicht nur wegen der vielen Hunde, die hier leben.
