Die Herzen der Menschen sind oft die verletzlichsten, und manchmal schlägt auch das Schicksal unbarmherzig zu. In Zürich, am renommierten Universitätsspital, sorgte ein Herzchirurg in den letzten Jahren für Aufsehen – und nicht im positiven Sinne. Francesco Maisano, der zwischen 2014 und 2020 als Herzchirurg tätig war, sieht sich nun mit einer externen Untersuchung konfrontiert, die aufdeckt, dass weit mehr Patienten unter seiner Aufsicht starben, als man hätte erwarten dürfen. Das wirft Fragen auf, nicht nur über seinen Umgang mit den Lebensadern seiner Patienten, sondern auch über die ethischen Standards in der Medizin.
Heute ist der 5. Mai 2026, und der Ruf von Maisano hat einen herben Dämpfer erhalten. Er arbeitet mittlerweile als Direktor der Herzchirurgie am Ospedale San Raffaele in Mailand und ist zudem Mitglied einer Ethikkommission in der Region Valle d’Aosta. Interessanterweise wird auf der Website des Ospedale San Raffaele weiterhin mit dem von ihm entwickelten Implantat Cardioband geworben, obwohl es seit 2021 dort nicht mehr eingesetzt wird. Was da wohl hinter den Kulissen vor sich geht? Fragen über Fragen, und auf Anfragen an das Krankenhaus bezüglich der Konsequenzen für Maisano warten wir vergeblich.
Sterberaten und Komplikationen
Der kritische Bericht hebt hervor, dass das Cardioband signifikant höhere Komplikationsraten aufwies. Dies wirft ein beunruhigendes Licht auf die medizinische Praxis von Maisano – ein Herzchirurg, der keinen klassischen Doktortitel hat, was in der Schweiz eher unüblich ist. Stattdessen beruht seine Professur an der Università Vita-Salute San Raffaele auf klinischer Erfahrung und Publikationen. Doch was nützen Titel, wenn die Ergebnisse nicht stimmen? Die wissenschaftlichen Unregelmäßigkeiten und nicht deklarierten Interessenkonflikte, die ihm vorgeworfen werden, hat er vehement bestritten. Aber die Fragen bleiben und werden lauter.
Die Herzklinik des Universitätsspitals Zürich hat in besagtem Zeitraum signifikant höhere Sterberaten verzeichnet. Ein beunruhigendes Faktum, das nicht ignoriert werden kann. Es ist ein bisschen wie bei einem schlechten Film, in dem die Charaktere nicht so recht wissen, ob sie lachen oder weinen sollen. Und wo bleibt da die Verantwortung? Anfragen an Maisano und die Ethikkommission blieben bis dato unbeantwortet, was die Situation noch undurchsichtiger macht.
Ein Blick über die Grenzen
Um das Ganze in einen breiteren Kontext zu setzen, ist der Herzbericht, der in Zusammenarbeit mit mehreren deutschen Gesellschaften veröffentlicht wurde, interessant. Er dient als Analyseinstrument für Mediziner, Versorgungsforscher und Verantwortliche im Gesundheitswesen, um die medizinische Versorgung von Herzpatienten zu verbessern. Der Bericht analysiert aktuelle Entwicklungen in der Herzmedizin und zeigt Unterschiede in der Versorgung von Herzkranken in Deutschland auf. Die Daten zur Kardiologendichte und die Sterblichkeit bei Herzinfarkten sind dabei von zentraler Bedeutung.
Die Fragen rund um die Herzchirurgie und die Verantwortung der medizinischen Fachwelt sind komplex, und die Entwicklungen in Zürich werfen ein Schlaglicht auf die Herausforderungen, denen sich die Branche gegenübersieht. Auch wenn die Schweiz für ihre hohe medizinische Qualität bekannt ist, zeigen sich hier Risse im System, die nicht einfach übersehen werden können. Es wird spannend sein zu sehen, wie sich die Geschichte von Francesco Maisano weiterentwickelt und ob die betroffenen Patienten und ihre Familien Antworten auf die drängenden Fragen erhalten werden.