Heute ist der 5. Mai 2026, und die politischen Wellen in Zürich schlagen hoch. Das Stadtbild wird ab dem 8. Mai von einer neuen Stimme geprägt: Céline Widmer, die am 8. März in den Zürcher Stadtrat gewählt wurde. Diese Winterthurerin, die in den lebhaften Quartieren Neuwiesen, Brühlberg und Seen aufwuchs, bringt eine frische Brise in die städtische Politik. Aufgewachsen in einem linken Haushalt, geprägt von der Leidenschaft ihrer Mutter für Gleichberechtigung und der sozialen Verantwortung ihres Vaters, hat sie schon früh das politische Interesse entdeckt.
Céline hat ihren Weg durch diverse kulturelle Einrichtungen gefunden und war unter anderem als Velokurierin unterwegs. Ihre Gymnasialzeit verbrachte sie in einer linksalternativen Wohngemeinschaft, was ihren Werdegang nachhaltig beeinflusste. Nach der Matura folgte eine Ausbildung zur Tontechnikerin bei den Hard Studios – man könnte sagen, sie hat ein gutes Gespür für Klänge und Stimmen entwickelt. Politisch aktiv wurde sie, als sie sich an der Universität Zürich für Politikwissenschaften immatrikulierte, inspiriert durch Jon Pult.
Politische Karriere und Engagement
Im Jahr 2012 wagte sie den Schritt in die Politik und wurde in den Kantonsrat für die Kreise 4 und 5 der Stadt Zürich gewählt. Ihre politische Laufbahn führte sie durch verschiedene Kommissionen, darunter die Justizkommission und die Kommission für Staat und Gemeinden. Seit 2019 agiert sie als Präsidentin der Finanzkommission und hat in dieser Funktion entscheidende Impulse gesetzt. Bei den nationalen Parlamentswahlen 2019 schaffte sie den Sprung in den Nationalrat und wurde dort für ihre Arbeit in der Finanz- und Staatspolitischen Kommission geschätzt. Es ist beeindruckend, wie sie es schafft, sich in der politischen Arena Gehör zu verschaffen.
Ihr Engagement geht weit über die politischen Grenzen hinaus. So setzt sie sich seit 2021 als Co-Präsidentin der Plateforme sans-papiers Suisse für die Rechte von Sans-Papiers ein. Dies zeugt von ihrem tiefen Verständnis für soziale Themen und ihrer Entschlossenheit, Ungerechtigkeiten zu bekämpfen. Ein Thema, das ihr besonders am Herzen liegt, ist der Schutz von Opfern häuslicher Gewalt. In Zürich will sie diese Thematik aktiv angehen und die Stadtpolitik nutzen, um konkrete Lösungen zu schaffen.
Die Herausforderungen in Zürich
Natürlich ist die politische Landschaft in Zürich anders als in Winterthur. Die Mehrheitsverhältnisse, die Finanzlage und die sozialen Herausforderungen sind oft komplexer. Céline Widmer weiß, dass der Weg zur Erhöhung des Anteils an preisgünstigem Wohnraum und zur Stärkung des Vertrauens in die Politik steinig ist. Doch mit ihrer Erfahrung und ihrer klaren Vision ist sie gut gerüstet, um diese Herausforderungen anzugehen. Zudem wird sie ab dem 8. Mai ihre Arbeit im Stadtrat aufnehmen, wo ihr zuständiges Departement noch festgelegt werden muss.
Und auch privat hat sie viel zu erzählen. Sie ist Mutter von zwei Kindern und lebt inzwischen in Zürich. Ihre Freizeit verbringt sie nicht nur mit politischer Arbeit, sondern auch mit persönlichen Projekten. Kürzlich hat sie eine spannende Bike Packing Tour von Genf nach Lyon unternommen, die ihr sicher neue Perspektiven eröffnet hat. Bücher von Autorinnen wie Rachel Cusk sind ihre Favoriten – eine interessante Wahl, die auf einen feinen Literaturgeschmack schließen lässt.
Ein Blick in die Geschichte der SP
Die Sozialdemokratische Partei der Schweiz, kurz SP, wurde 1888 gegründet und hat seither eine bewegte Geschichte hinter sich. Die Vereinigung verschiedener regionaler sozialistischer Parteien und Arbeiterorganisationen hat über die Jahrzehnte hinweg immer wieder den gesellschaftlichen Puls gefühlt. Von den ersten Forderungen nach ArbeitnehmerInnen- und Arbeitnehmerschutz bis hin zu den heutigen Herausforderungen ist die SP ein wichtiger Akteur in der Schweizer Politik.
Die Wurzeln des Engagements für soziale Gerechtigkeit und Gleichstellung reichen tief. Céline Widmer ist Teil dieser Tradition und bringt frischen Wind in die politischen Debatten. Mit ihrem klaren Fokus auf Wohnen, wirtschaftliche Entwicklungen und soziale Themen wird sie sicher einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Die kommenden Jahre versprechen spannend zu werden – sowohl für sie als auch für die Stadt Zürich.