Im Herzen von Zürich, wo die Wellen der Limmat sanft an die Ufer plätschern, hat sich ein spannendes Projekt entfaltet, das frischen Wind in die Pflegeausbildung bringt. Die „Ausbildungsstation 365“ im Stadtspital Waid ist ein mutiger Versuch, den Pflegeberuf nicht nur attraktiver zu gestalten, sondern auch aktiv gegen den Fachkräftemangel anzukämpfen. Hier führen Studierende ihre eigene Pflegeabteilung – ein Konzept, das so gar nicht nach dem klassischen Lehrbetrieb klingt. Das kann man sich fast wie eine Art „Selbstversuch“ vorstellen: Studierende pflegen, treffen Entscheidungen und lernen dabei Verantwortung zu übernehmen.

Kilian Käppeli, der mit seinen 39 Jahren im ersten Ausbildungsjahr steckt, hat es bereits geschafft, auf der Station selbstständig zu arbeiten. Da steht er, voller Energie, und lernt, während Lea Marthaler, die schon im dritten Jahr steckt, nicht nur ihre eigenen Aufgaben meistert, sondern auch jüngere Kollegen unterstützt. Es geht um Teamarbeit, um Verantwortung und um die Sorgfalt, die die Patienten spüren – auch wenn es mal ein wenig nervös zugeht. „Es ist ein tolles Gefühl, die Patienten zu betreuen und zu sehen, dass sie die Motivation spüren“, sagt Kilian mit einem Lächeln.

Ein Vorbild für die Zukunft der Pflege

Das Projekt, das bis zum Sommer 2028 läuft, wird genau unter die Lupe genommen. Das Ziel? Die Ausbildung im Pflegebereich soll nicht nur gefördert, sondern auch neu gedacht werden. Der Kanton Zürich hat hierfür eine beachtliche Unterstützung von rund 400.000 Franken jährlich bereitgestellt, um die Pflegeinitiative voranzutreiben. Aktuell sind 13 Studierende auf der Ausbildungsstation aktiv, und bis zu 40 Nachwuchskräfte können pro Jahr in diesen frischen Wind der Pflegeausbildung eintauchen.

Aber das ist nicht alles! Die Stadt Zürich hat vor drei Jahren das Programm „Stärkung Pflege“ ins Leben gerufen, das sich ebenfalls positiv auf die Fluktuation im Pflegebereich auswirkt. Gesundheitsvorsteher Andreas Hauri ist glücklich über die Rückgänge: Die Fluktuation ist auf unter 7% gesunken, was im Vergleich zu den über 20% in der gesamten Schweiz wirklich bemerkenswert ist. Kostspielige temporäre Einsätze wurden seit 2022 um stolze 11,5 Millionen Franken reduziert. Hier wird tatsächlich ein Zeichen gesetzt – und zwar nicht nur in der Ausbildung, sondern auch in der allgemeinen Pflegekultur. Flexiblere Arbeitszeitmodelle und Pools zur Entlastung des Stammpersonals sind nur einige der Maßnahmen, die getroffen wurden.

Ein Blick über die Grenzen

Doch die Herausforderungen sind nicht nur in der Schweiz spürbar. Auch in Deutschland wird der Mangel an Pflegefachkräften immer drängender. Mit der Einführung einer generalisierten Ausbildung zur Pflegefachfrau und zum Pflegefachmann, die seit Januar 2020 gilt, versucht man, dem Fachkräftemangel zu begegnen. Die rechtlichen Grundlagen wurden dafür im Pflegeberufegesetz festgelegt. Es ist ein umfassendes Projekt, das die Zukunft der Pflegeausbildung neu gestalten will. Die Entwicklungen in der Datenlage und die geplante Erweiterung um Pflegefachassistenzausbildungen zeigen, wie ernst die Lage genommen wird.

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In Zürich wird indes unermüdlich weitergearbeitet. Die „Ausbildungsstation 365“ ist mehr als nur ein Pilotprojekt – es ist ein Hoffnungsträger für die Pflegeausbildung und ein Schritt in die richtige Richtung. Vielleicht wird diese Art der Ausbildung bald nicht nur in Zürich, sondern auch in anderen Städten Schule machen. Und wer weiß, vielleicht sitzen wir in ein paar Jahren hier und können stolz auf eine neue Generation von Pflegekräften blicken, die mit Leidenschaft und Verantwortung ihren Beruf ausüben.