Die Dolder-Badi in Zürich hat sich nach einer umfassenden Sanierung in ein schickes Freibad verwandelt, das die Herzen von Sonnenanbetern und Schwimmfreunden höher schlagen lässt. Am 19. Juni 2024 wurde die Anlage nach zwei Jahren Bauzeit wiedereröffnet – und das gleich mit einem Preisschild von 20 Millionen Franken. Die Stadt Zürich hat das Bad zwar nicht im Eigentum, aber für 30 Jahre im Baurecht übernommen, um die Sanierung zu ermöglichen. Eigentümer ist Urs E. Schwarzenbach, der auch das Luxushotel Dolder Grand betreibt.

Die Dolder-Badi, die 1934 erbaut wurde, hat sich in eine Oase verwandelt, die an ein Ferienresort erinnert. Hier wird nicht nur geschwommen, sondern auch geschlemmt. Im Restaurant stehen teure Köstlichkeiten wie Pommes mit Trüffeln und Champagner auf der Speisekarte. Das klingt erst einmal verlockend – doch die hohen Preise und die Qualität des Essens haben bei einigen Gästen für Unmut gesorgt. Lange Wartezeiten an der Kasse und im Selbstbedienungsrestaurant sind weitere Punkte, die für Gesprächsstoff sorgen. Man könnte fast meinen, dass der Besuch hier mehr einem Luxusurlaub gleicht als einem entspannten Badetag.

Das neue Erscheinungsbild und die Kritikpunkte

Die Sanierung hat das zentrale Badehaus umfassend auf die Anforderungen heißer Sommertage ausgerichtet. Ein neuer Aufenthaltsbereich mit Pergola und fest installierten Liegen im Dachgeschoss lädt zum Verweilen ein. Die Garderobenkabinen wurden zu größeren Familienkabinen umgebaut, und die Wände erstrahlen nun in Pastellfarben. Doch trotz dieser schönen Neuerungen gibt es auch Kritik: Die Dolder-Badi bietet keine Rutschbahn oder Sprungbrett, was einige Besucher als Mangel empfinden. Ein Sprungbrett wird aufgrund von Sicherheitsanforderungen nicht zurückkehren, aber es wird geprüft, ob ein Bereich für Sprünge markiert werden kann.

Die Kinderplanschbecken sind derzeit aufgrund von Unwetterschäden geschlossen, während eine Rutschbahn noch montiert werden soll. Das 50-Meter-Becken und das Nichtschwimmerbecken wurden mit neuer Auskleidung abgedichtet und durch weitere Sonnensegel und Wasserspiele ergänzt. Rund um die Badeflächen wurden 30 neue Bäume gepflanzt – eine kleine grüne Oase, die Schatten und Biodiversität fördern soll.

Das gastronomische Angebot und die Zukunft

Ein weiterer Punkt, der die Gemüter erhitzt, ist das gastronomische Angebot, das vom Dolder Grand verantwortet wird. Die Stadt plant bereits Gespräche mit dem Betreiber, um die Beschwerden über die hohen Preise und die Qualität des Essens ernst zu nehmen. Die Champagner-Lounge, die in den ersten Tagen nach der Eröffnung für Kontroversen sorgte, wird vermutlich ebenfalls im Fokus dieser Gespräche stehen.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die historische Wellenmaschine, die seit 2006 nicht mehr in Betrieb ist, wird erst 2027 zurückkehren. Umso mehr dürfen sich die Badegäste auf die neuen Wellen im Wellenbad freuen, die im nächsten Frühling erwartet werden. Unterdessen wird die Badi wieder als Dolder-Wellenbad bezeichnet, und es bleibt spannend, ob sich die unterschiedlichen Meinungen über die Zielgruppe des Bades – ob für alle oder nur für die Schickeria – irgendwann angleichen werden.

Zürichs Freibäder und ihre Bedeutung

In Zürich ist die Dolder-Badi nicht die einzige Attraktion. Die Stadt hat die höchste Bäderdichte Europas und bietet Freibäder, die sowohl bei Einheimischen als auch bei Touristen beliebt sind. Dies wird auch im „Züribadibuch“ von Tina Schmid deutlich, das 2024 neu aufgelegt wird und eine Übersicht über 24 Freibäder in Zürich bietet. Die Geschichte dieser Badis reicht bis ins Mittelalter zurück. Schwimmen ist hier nicht nur eine Freizeitbeschäftigung, sondern Teil der Kultur. Die Entwicklung der Bäder von hygienischen Einrichtungen zu Sport- und Wellnessanlagen spiegelt die gesellschaftlichen Veränderungen wider.

Die Dolder-Badi ist ein spannendes Kapitel in dieser Geschichte. Ob sie sich als Ort für alle etablieren kann oder ob die Kritiker recht behalten, bleibt abzuwarten. Eines steht fest: Die Dolder-Badi wird uns noch lange beschäftigen – und das nicht nur wegen der Wellen, die uns im nächsten Jahr erwarten.