Kultur für alle oder nur für wenige? Die Eintrittspreisdiskussion in Zürich
Heute ist der 12.07.2026, und in Zürich brodelt die Diskussion um die Eintrittspreise in städtischen Einrichtungen. Der Zürcher Stadtrat hat sich entschieden, gegen unterschiedliche Ticketpreise für Einheimische und Auswärtige zu stimmen. Sie wollen einfach nicht auf die Idee verzichten, eine „weltoffene Kulturstadt für alle“ zu sein. Das klingt ja erst einmal ganz nett, oder? Aber was steckt wirklich dahinter?
Auslöser der Debatte war ein Vorstoß von Gemeinderat Sandro Gähler von der SP, der sich fragte, ob die Stadt nicht auch Bestrebungen unternehmen sollte, die städtischen Angebote bevorzugt der Bevölkerung zur Verfügung zu stellen. In vielen anderen Gemeinden gibt es ja Unterschiede zwischen den Preisen für Einheimische und Auswärtige – ein Thema, das in Zürich nun auf einmal ganz oben auf der Agenda steht.
Der Stadtrat hat eine klare Meinung
Der Stadtrat sieht das jedoch anders. Sie sind der Meinung, dass es nicht Ziel der Stadtpolitik sein sollte, Angebote für Auswärtige unattraktiver zu gestalten. „Wir streben nach einer weltoffenen Kulturstadt“, sagen sie und warnen vor den weitreichenden Konsequenzen solcher Überlegungen. Die Idee einer kulturellen Oase für alle könnte schnell ins Wanken geraten, wenn man Auswärtige ausgrenzt. Kommt da vielleicht auch der Stolz auf die eigene Kultur ins Spiel? Man möchte schließlich nicht den Eindruck erwecken, dass Zürich nur für die Einheimischen gedacht ist.
Die Diskussion wird auch durch die ungleiche Verteilung des Zugangs zu kulturellen Angeboten in Zürich befeuert. Einige Institutionen bieten sogar kostenlosen Eintritt an, während andere, wie das Schauspielhaus, mit über 90 Franken für ein Ticket richtig ins Geld gehen. Das ist schon ein gewaltiger Unterschied und lässt einen ins Grübeln kommen, wer sich das eigentlich leisten kann. Klar ist, dass die Stadt fast 170 Millionen Franken in die Kultur investiert, aber wo fließt das Geld hin? Die größten Empfänger sind unter anderem das Schauspielhaus und die Tonhalle, die beide von städtischen Subventionen in Millionenhöhe profitieren.
Subventionen und hohe Preise
Ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass trotz der hohen Subventionen die Preise in städtisch geförderten Häusern nicht sinken. Das Kunsthaus, das mehr als 13 Millionen von der Kunstgesellschaft erhält, verlangt dennoch einen stolzen Eintrittspreis. Irgendwie merkwürdig, oder? Man fragt sich, wo die ganzen Subventionen hinfließen – die decken schließlich nur den Betrieb, nicht aber die Tickets. Vielleicht ist das der Grund, warum nur etwa ein Viertel der Besucher im Kunsthaus kostenlosen Eintritt erhält. Und auch der Zugang zu Angeboten wie der Tonhalle bleibt für viele unerschwinglich.
Am Ende bleibt die Frage: Wie geht es weiter mit der Kulturstadt Zürich? Die Diskussion um die Eintrittspreise wird sicher noch einige Zeit anhalten. Ob die Stadt wirklich in der Lage ist, ihre weltoffene Haltung aufrechtzuerhalten, während gleichzeitig die Preise so hoch sind, bleibt abzuwarten. Ein spannendes Thema, das hier in Zürich noch lange für Gesprächsstoff sorgen wird.
