Zürichs WM-Nacht: Ein Traum in Blau und Weiß zerplatzt
Ein lauer Sommerabend in Zürich, die Vorfreude lag in der Luft. Die Stadt hatte sich bereit gemacht für das große Event: Der WM-Viertelfinal zwischen der Schweiz und Argentinien stand auf dem Programm. Viele Fans versammelten sich rund um die Europaallee, um das Spiel auf großen Leinwänden zu verfolgen. Es war ein Moment, in dem die Hoffnung auf einen Sieg und die Freude am gemeinsamen Erlebnis miteinander verschmolzen. Doch die Träume zerplatzten wie Seifenblasen, als die Schweizer Nationalmannschaft schließlich mit 1:3 nach Verlängerung gegen die Argentinier ausschied. Das entscheidende Tor erzielte Julian Alvarez in der 112. Minute. Ein bitterer Schlussakkord für die Nati.
Die Stadtpolizei Zürich hatte im Vorfeld eine gründliche Lagebeurteilung vorgenommen und war mit einem umfassenden Aufgebot vor Ort. Die Sicherheitsvorkehrungen waren nicht umsonst; wegen des großen Andrangs wurden die Langstrasse sowie die Achse zwischen Escher-Wyss-Platz und Bahnhof Hardbrücke zeitweise gesperrt. Doch trotz der enttäuschenden Wende im Spiel gab es auch einen Grund zum Feiern. Das zwischenzeitliche 1:1 durch Dan Ndoye führte in den Public Viewings in der ganzen Schweiz zu heftigem Jubel. Der Schock des Finalaus wurde jedoch durch einige unschöne Vorfälle im Kreis 5 getrübt, wo Böller gezündet wurden, auch in den Menschenmengen oder gegen die Polizei. Glücklicherweise gab es keine Verletzten zu beklagen.
Ein aufregendes Public Viewing
Die Stadt Zürich hatte sich entschieden, für die Nacht auf Sonntag, den 12. Juli, eine Freinacht für Restaurants und Public Viewings zu erlauben. Ein mutiger Schritt, denn das Spiel wurde um 3 Uhr Schweizer Zeit angepfiffen. Für die Gastronomie war das eine tolle Gelegenheit, ihre Gäste zu empfangen, ohne sich um die üblichen Schließungszeiten kümmern zu müssen. Beamer und Verstärkeranlagen waren allerdings nicht erlaubt, und die Lautstärke durfte die Nachbarschaft nicht übermäßig belasten – eine kluge Maßnahme, um das friedliche Miteinander zu wahren.
Die Schweizer Nationalmannschaft hatte sich erst kürzlich mit einem grandiosen Sieg gegen Kolumbien für den Viertelfinal qualifiziert, und die Euphorie war greifbar. Überall in der Stadt hallten Feiern, Hupkonzerte und spontane Partys durch die Straßen. Die Freude über den Einzug in die K.o.-Phase war unüberhörbar. Doch die bittere Pille des Ausscheidens schmerzte besonders, als der Schlusspfiff ertönte.
Public Viewings in der ganzen Schweiz
Die Fußball-WM 2026, die in den USA, Kanada und Mexiko vom 11. Juni bis 19. Juli stattfinden sollte, war bereits im Gespräch. Die Schweiz war in Gruppe B gegen Katar, Bosnien-Herzegowina und Kanada eingeteilt. Public Viewings wurden in vielen Städten geplant, auch in Basel, wo das Volta Bräu und die Gare du nord/Didi offensiv als Anlaufstellen für Fußballfans dienten. Für die Spiele, die bis 21 Uhr angepfiffen wurden, hatte das Sicherheitsdepartement Zürich Public Viewings genehmigt, und für die K.o.-Phase gab es sogar eine Ausnahme: Alle Spiele am Wochenende durften übertragen werden, solange die Schweiz mitspielte. In Basel gelten etwas andere Regeln: drinnen keine Schließungszeiten, draußen nur während der Öffnungszeiten und Schließung 15 Minuten nach Spielende – eine klare Ansage für alle, die sich nach einem spannenden Spiel noch auf ein Bier treffen wollten.
Doch bevor man sich in die nächste Euphorie stürzen konnte, galt es, die Lizenz für öffentliche Bildschirmübertragungen zu beachten. Die SUISA war dafür zuständig, und die Kosten variierten je nach Bildschirmgröße. Für kleine Veranstaltungen war es jedoch auch möglich, ohne Lizenz auszukommen, solange die Feier im Freundeskreis blieb. Die Vorfreude auf zukünftige Spiele war spürbar, aber die Erinnerung an das Ausscheiden der Nati hing wie ein Schatten über den Köpfen der Fans.
