Wenn die Wasserreserven schwinden: Die stille Krise der Trockenheit im Wallis
Heute ist der 12.06.2026, und während die Sonne über dem Wallis strahlt, hat die Trockenheit hierzulande nicht nur die Gemüter erhitzt, sondern auch die Gewässer auf ein historisch niedriges Niveau gesenkt. Trotz der letzten Regenfälle bleibt die Situation in der Schweiz angespannt. Die Pegelstände vieler Gewässer im Mittelland sind auf rekordtiefem Niveau, und selbst der Regen in der Berner Innenstadt hat kaum etwas zur Verbesserung beigetragen. Hydrologin Manuela Brunner vom WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF beschreibt die Situation treffend: Die Regenfälle sind nur „ein Tropfen auf den heißen Stein“.
In den Alpenflüssen ist die Lage zwar etwas besser, doch auch hier liegen die Pegel unter dem langjährigen Durchschnitt. Wer jetzt durch das Dischmatal bei Davos wandert, muss sich an die Tatsache gewöhnen, dass dort zurzeit maximal halb so viel Schnee liegt wie gewohnt. Normalerweise wäre jetzt Hochwasserzeit, mit viel Niederschlag und Schneeschmelze – doch diese Saison sieht anders aus. Die Hauptursachen sind die extrem trockenen Monate April und Mai sowie eine sehr dünne Schneedecke in den Alpen. Die Prognosen des Bundes deuten darauf hin, dass sich die Trockenheit in der kommenden Woche weiter verstärken wird.
Bodenfeuchte und ihre Bedeutung
Ein zentraler Begriff in diesem Zusammenhang ist die Bodenfeuchte, die das im Boden gespeicherte Wasser bezeichnet. Diese wird stark durch meteorologische Faktoren wie Niederschlag, Verdunstung, Strahlung, Temperatur und Wind beeinflusst. Auch der Wasserzufluss an der Bodenoberfläche und die Bewässerung spielen eine Rolle. Die Speicherkapazität des Bodens hängt von dessen Eigenschaften ab – Korngrößenverteilung und Humusgehalt sind hier entscheidend. Ein Blick auf die Region zeigt: Im Jura und im Mittelland ist bereits ein leicht bis extrem niedriges Grundwasser zu beobachten.
Die Art der Pflanzenbedeckung, das Wachstumsstadium und sogar die Geländeform tragen dazu bei, wie gut der Boden Wasser speichern kann. Und das ist für das Wachstum und die Nährstoffversorgung der Pflanzen von zentraler Bedeutung. In einer Zeit, in der die Natur auf Wasser angewiesen ist, wird der schleichende Verlust von Bodenfeuchtigkeit zu einem ernsthaften Problem für die Landwirtschaft und die heimische Flora.
Die Auswirkung auf unsere Umwelt
Die Wasserstände der Gewässer dürften tendenziell weiter sinken. Das Bodenfeuchtedefizit wird im Jura und im Mittelland zunehmen. Diese Entwicklung hat nicht nur Auswirkungen auf die Natur, sondern auch auf die Menschen, die in diesen Regionen leben. Die Sorge um die Wasserversorgung wird größer, und die Landwirte stehen vor der Herausforderung, ihre Felder ausreichend zu bewässern. Wie lange kann das gut gehen?
Die Trockenheit ist ein Thema, das uns alle betrifft. Ob im Gespräch mit Nachbarn oder bei einem Kaffee in der Stadt – jeder hat eine Meinung. Und während wir hierzulande die Sonne genießen, müssen wir uns gleichzeitig der Realität stellen, dass die Wasserreserven schmelzen. Das sorgt für nachdenkliche Gesichter und eine gewisse Nervosität, die durch die trockenen Monate April und Mai noch verstärkt wird. Es bleibt zu hoffen, dass die Wettergötter bald ein Einsehen haben und uns mit mehr Niederschlägen beglücken.
