Walliser Luftfahrt im Kreuzfeuer: Referendum gegen Flughafenexpansion entfacht hitzige Debatte
Im Wallis tut sich gerade einiges – und das nicht nur in den Bergen! Das Referendum gegen die Zuständigkeit des Kantons Wallis für den Flughafen Sitten hat ordentlich Wellen geschlagen. Die Gegner des Gesetzes haben fleißig Unterschriften gesammelt; 3000 Stück sind zusammengekommen, und das ist erst der Anfang. Philippe Cina, Co-Präsident der Grünen, war sichtlich erfreut, als er verkündete, dass die Marke von 3000 Unterschriften vergangene Woche erreicht wurde. Allerdings weiß man, dass erfahrungsgemäß rund fünf Prozent der Unterschriften ungültig sind. Das Komitee strebt deshalb 3500 Unterschriften an – ganz sicher gehen kann man ja nie!
Die Walliser Grünen und ihre Verbündeten, darunter der WWF Wallis, der VCS Wallis, die Partei der Arbeit, die SP Oberwallis und die Jungen Grünen Wallis, haben das Referendum Anfang April ins Leben gerufen. Ihr Ziel? Der Bevölkerung die Möglichkeit geben, über die Zukunft des Flughafens Sitten abzustimmen. Und das ist wichtig, denn die Kritiker des Gesetzes sehen in der geplanten Expansion des Flughafens eine kostspielige Angelegenheit, die nicht nur die Natur, sondern auch die lokale Wirtschaft belasten könnte.
Ein Platz im Herzen der Region
Christophe Clivaz, Grünen-Nationalrat, hebt hervor, dass es beim Referendum nicht darum geht, den Flughafen zu schließen, sondern vielmehr die kostspielige Erweiterung zu stoppen. Und da hat er einen Punkt. Luftrettung, Wartung, Ausbildung und ein Innovationscluster rund um die Elektroluftfahrt – all das könnte auch ohne massive Investitionen fortgeführt werden. Yves Niveaux, Vizepräsident der Partei der Arbeit, sieht das Projekt als eines, das von allen finanziert wird, aber nur wenigen zugutekommt. Julien Bagnoud von den Jungen Grünen sieht den Flughafen Sitten sogar als eine Infrastruktur, die primär im Dienst der Superreichen steht. Ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass im vergangenen Jahr nur 39’587 Passagiere per Flugzeug befördert wurden – das sind durchschnittlich 108 Personen pro Tag. Zum Vergleich: In Visp nutzen täglich 26’600 Reisende den Zug. Da stellt sich schon die Frage, ob der Flughafen wirklich so zentral ist, wie manche behaupten.
Am 1. Juli sollen die Unterschriften bei der Staatskanzlei eingereicht werden, und die Stimmung ist angespannt. Während einige die Notwendigkeit eines solchen Referendums begrüßen, gibt es auch Stimmen, die alles eher als überflüssig erachten. Der Grosse Rat hat das Gesetz über die Betriebs- und Verwaltungsgesellschaft des Flughafens Sitten am 12. März mit 103 zu 24 Stimmen bei zwei Enthaltungen verabschiedet. Die neue Gesellschaft soll den Flughafen betreiben und alle Mitarbeitenden übernehmen. Der Staatsrat hingegen möchte eine Struktur schaffen, die öffentliche Interessen, wirtschaftliche Tragfähigkeit und ökologische Nachhaltigkeit miteinander verbindet. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Sache weiterentwickelt.
Der Blick über den Tellerrand
<pDoch nicht nur im Wallis wird über Flughäfen diskutiert. Auch Zürich hat seine Flughafenpolitik überarbeitet. Der Flughafen Zürich, immerhin die größte Luftverkehrsdrehscheibe der Schweiz, spielt eine zentrale Rolle für die Volkswirtschaft des Kantons Zürich. Im Flughafengesetz von 2000 wird klar, dass der Staat den Flughafen zur Sicherstellung volks- und verkehrswirtschaftlicher Interessen fördert und gleichzeitig den Schutz der Bevölkerung im Auge behält. Der Kanton Zürich ist Aktionär der Flughafen Zürich AG und engagiert sich aktiv in der Flughafenpolitik.
Der Regierungsrat hat die Flughafenpolitik und Eigentümerstrategie aktualisiert, um eine qualitativ hochstehende Erreichbarkeit des Wirtschafts- und Lebensraums zu gewährleisten – und das alles im Einklang mit nachhaltiger Entwicklung. Hier wird bereits viel Wert auf Umweltfreundlichkeit und die Reduktion von Lärmemissionen gelegt. Auch die Flughafen Zürich AG arbeitet daran, die Emissionen kontinuierlich zu begrenzen. Mit einem klaren Ziel vor Augen: Bis 2040 oder spätestens bis 2050 klimaneutral zu sein. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg – und wie das Referendum im Wallis zeigt, sind die Diskussionen über die Zukunft der Luftfahrt gerade erst im Gange.
