Heute ist der 28.05.2026, und wir blicken auf eine spannende Entwicklung im Wallis. Der Luchs, der lange als vom Aussterben bedroht galt, hat sich in den letzten Jahren prächtig erholt. Ursprünglich war diese majestätische Raubkatze im Tessin nicht mehr anzutreffen, doch sie hat sich über die Berge in den Süden gewagt. Eine Fotofalle in der Leventina hat kürzlich einige dieser scheuen Tiere erfasst. Man könnte meinen, das sei eine Erfolgsgeschichte, doch nicht alle sind begeistert.

Walliser Jäger berichten von erheblichen Verlusten in den Beständen von Gämsen und Rehen. Die steigende Luchspopulation scheint die Jäger vor große Herausforderungen zu stellen, und das Echo aus den Wäldern wird lauter. Jean-Frédéric Sierro, Präsident des Jagdverbands Diana Romande, hat klar gemacht, dass der Rückgang des Wildbestands ein ernstzunehmendes Problem ist. Er spricht von einem Regulierungsabschuss, den man diskutieren sollte, um die Balance in der Natur zu wahren.

Ein Pilotprojekt in Sicht

Der Kanton Wallis plant ein Pilotprojekt für einen Regulierungsabschuss – natürlich mit dem Einverständnis des Bundesamtes für Umwelt. Nationalrat Benjamin Roduit von Die Mitte hat bereits erste Gespräche über diese Thematik bestätigt. Der Luchs ist zwar eine streng geschützte Art, doch die Probleme, die er verursacht, sind nicht von der Hand zu weisen. Im Wallis gab es bereits Abschüsse von problematischen Luchsen, etwa in Goumoëns im Kanton Waadt. Die Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere (DJFW) hält sich jedoch bedeckt und wartet ab, was die Datenanalysen ergeben. Das klingt fast nach einem Wettlauf zwischen Naturschutz und den Bedürfnissen der Jägerschaft.

Im März 2024 wurde ein Postulat zur Untersuchung der Luchsbestände in Bezug auf Schäden an Nutztieren und Jagdregalen eingereicht. Dabei ist es interessant zu wissen, dass Übergriffe von Luchsen auf Schafe oder Ziegen zwar möglich, aber eher selten sind. Größere Nutztiere wie Rinder oder Pferde stehen nicht auf ihrem Speiseplan. Bei nachweislichen Übergriffen können Landwirte Entschädigungen beantragen. Ein kleiner Lichtblick in einem sonst eher angespannten Verhältnis zwischen Natur und Landwirtschaft.

Ein neues Jagdgesetz und seine Folgen

Ein weiterer Aspekt, der die Diskussion rund um den Luchs befeuert, ist das neue Jagdgesetz. Der BUND Naturschutz hat sich für den Artenschutz stark gemacht und erreicht, dass einige kritische Passagen gestrichen wurden. Geschützte Arten wie der Luchs, die Wildkatze und der Feldhamster brauchen unsere Unterstützung. Doch die Neuaufnahme von Wolf und Goldschakal ins Jagdrecht sorgt für gemischte Gefühle. Martin Geilhufe, Vorsitzender des BUND, macht deutlich, dass gezieltes Management in bestimmten Fällen notwendig ist, aber eine allgemeine Bejagung von geschützten Arten nicht in Frage kommen sollte.

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Die Änderungen im Jagdgesetz werfen auch Fragen auf, wie die Abschusszahlen künftig festgelegt werden. Der BUND kritisiert, dass diese Verantwortung nun auf die Jagdbehörde verlagert wurde und befürchtet, dass dies negative Folgen für die Wälder haben könnte, besonders in Zeiten des Klimawandels. Hubert Weiger, Ehrenvorsitzender des BUND, fordert mehr Kontrolle im Wald und sieht die Gefahr, dass mit dem neuen Gesetz die staatliche Verantwortung für eine waldverträgliche Regulierung geschwächt wird.

Der Luchs und die Zukunft

Die Situation ist komplex und erfordert ein sensibles Vorgehen. Während die Luchspopulation sich erholt, müssen auch die Belange der Jägerschaft und der Landwirte berücksichtigt werden. Die Diskussion über einen Regulierungsabschuss und die Rahmenbedingungen des Jagdgesetzes sind nur einige der Themen, die die Gemüter erhitzen. Der Luchs bleibt eine schützenswerte Art, doch wie so oft in der Natur, ist der Spagat zwischen Schutz und Nutzung eine delikate Angelegenheit. Die kommenden Monate werden zeigen, wie sich die Lage im Wallis entwickeln wird und ob ein Gleichgewicht zwischen den Interessen gefunden werden kann.