Im ersten Quartal 2026 ist der freiwillige Klimabeitrag bei Onlinekäufen in der Schweiz auf einem bedenklichen Tiefpunkt angelangt. Nur noch rund 9 von 100 Bestellungen beinhalten einen solchen Beitrag, was einen Rückgang von knapp 12 Prozent im Jahr 2022 darstellt. Dies zeigt, dass das Bewusstsein für freiwillige Beiträge zum Klimaschutz anscheinend abnimmt. Auf der Plattform Galaxus haben Kunden im ersten Quartal dieses Jahres etwa 550’000 Franken an Klimabeiträgen gespendet. Diese Beiträge werden basierend auf dem CO2-Fußabdruck der Produkte und den Lieferkosten berechnet und fließen in zertifizierte Klimaschutzprojekte des Partners South Pole.
Eine aktuelle Studie der UBS aus Dezember 2025 zeigt, dass jede dritte Person in der Schweiz den Umwelt- und Klimaschutz als zentrale Herausforderung ansieht. Dennoch gibt es regionale Unterschiede: In städtischen Kantonen wie Basel-Stadt, Zürich und Bern wird häufiger ein Klimabeitrag gezahlt als in ländlichen Regionen wie Appenzell Innerrhoden, Wallis oder Freiburg. Dies lässt darauf schließen, dass städtische Gebiete möglicherweise ein höheres Umweltbewusstsein haben oder mehr Zugang zu Informationen über Klimaschutz bieten.
Klimaschutz und seine Herausforderungen
Die Klimakrise zählt zu den drängendsten Herausforderungen unserer Zeit. Weltweit fließen zu wenig Gelder in den Klimaschutz, weshalb freiwillige Beiträge von Bedeutung sind. Doch die CO2-Kompensation steht in der Kritik. Oftmals wird über wertlose Zertifikate berichtet, die ohne tatsächliche Klimawirkung vergeben werden. Das Ziel des Klimaschutzes sollte die Vermeidung oder Reduzierung von CO2-Emissionen sein. Spenden unterstützen nicht nur Klimaschutzprojekte, sondern können auch Organisationen helfen, die sich für den Erhalt der Natur einsetzen.
In Deutschland gingen 76 % der Spenden im Jahr 2022 an humanitäre Hilfe, während lediglich 3,4 % für Natur- und Umweltschutz verwendet wurden. Dies wirft die Frage auf, ob wir in der Schweiz ähnlichen Trends folgen oder ob wir bereit sind, mehr für den Klimaschutz zu investieren. Schließlich kann Klimaschutz auch zukünftig humanitäre Notlagen, wie Dürren, Fluten oder Brände, vorbeugen.
Spenden versus CO2-Kompensation
Es ist wichtig, den Unterschied zwischen CO2-Kompensation und Spenden zu verstehen. Während die CO2-Kompensation auf dem Verursacherprinzip basiert und Zahlungen für eigene Emissionen erfordert, sind Spenden freiwillige Beiträge, die ohne Bezug zur eigenen Emissionsbilanz geleistet werden. Verbraucherzentralen empfehlen, eine Option zu wählen, die zu den persönlichen Werten passt. Anbieter wie atmosfair setzen auf Zertifikate mit vertraglichen Abmachungen, während myclimate auf Spendenmodelle umgestiegen ist.
Abschließend bleibt festzuhalten, dass die Reduktion von CO2 und die Unterstützung für Klimaschutzprojekte nicht nur eine Verantwortung für Unternehmen, sondern auch für jeden Einzelnen ist. Ein Umdenken ist gefragt, um die Zukunft unseres Planeten aktiv mitzugestalten. Für weiterführende Informationen über Klimaschutz, Spenden und CO2-Kompensation lohnt sich ein Blick auf die Seite der Verbraucherzentrale.