Heute ist der 6.05.2026, und während wir hier im Wallis die Frühlingssonne genießen, schwebt ein Schatten über der Luftfahrtbranche. Air Zermatt, das bekannte Unternehmen, das uns so viele wunderbare Ausblicke aus der Vogelperspektive beschert, hat seine Kerosintanks aufgrund der jüngsten Geschehnisse im Iran-Krieg aufgefüllt. Ja, die Blockade der Straße von Hormus hat nicht nur Auswirkungen auf den globalen Ölmarkt, sondern zieht auch bei uns in der Schweiz seine Kreise.
Steigende Preise für Öl und Kerosin sind die Folge, und Air Zermatt muss diese Mehrkosten an die Kunden weitergeben. Aktuell liegt der Zuschlag bei vier Prozent auf den Preis einer Flugminute. Das mag für den einen oder anderen ein kleiner Aufschrei sein, doch das Unternehmen bleibt stabil – die Kerosintanks sind voll. Mit einer Kapazität von 250.000 Litern und einem Monatsverbrauch von 90.000 Litern kann Air Zermatt fast drei Monate ohne Nachschub fliegen. Das gibt uns zumindest etwas Luft zum Atmen.
Die Auswirkungen des Iran-Kriegs
Doch nicht nur Air Zermatt hat mit den Folgen des Iran-Kriegs zu kämpfen. Taxifahrer, Landwirte und Pfleger im ambulanten Dienst spüren die steigenden Tankkosten, während die Einnahmen gleichbleiben. Nach einer vorübergehenden Einigung im Konflikt stiegen die Diesel- und Benzinpreise erneut, und es gibt keine schnellen Lösungen in Sicht. Sebastian Hille, der stellvertretende Regierungssprecher, wies darauf hin, dass die Wiedereröffnung der Straße von Hormus Zeit benötigt. Die Schifffahrt wird nicht sofort zum Vorkriegsniveau zurückkehren. Das ist alles andere als beruhigend.
Insbesondere die Straße von Hormus ist von entscheidender Bedeutung, denn sie ist eine Hauptverkehrsader für den globalen Öl- und Gashandel. Über 20% der weltweiten Rohölproduktion verlaufen durch dieses Wassergebiet. Eine Normalisierung der Lage könnte Wochen bis Monate in Anspruch nehmen, und das ist wohl das Beste, was wir erwarten können. Währenddessen kämpfen viele Branchen mit den Auswirkungen – steigende Heizöl-, Gas- und Spritpreise belasten die Verbraucher und lassen die Inflation steigen.
Die Rolle von Air Zermatt
Air Zermatt bleibt jedoch unerschütterlich in seiner Mission. Die dezentrale Lagerung des Kerosins ist wichtig für die Einsatzbereitschaft des Unternehmens. Auch wenn die Flugbranche unter den Auswirkungen des Iran-Kriegs leidet, hat Air Zermatt bisher keine Flüge gestrichen. Es ist beruhigend zu wissen, dass die Luftfahrt über den majestätischen Alpen nicht gefährdet ist, solange das Unternehmen die Preise im Blick behält und den Zuschlag monatlich anpasst, je nach Einkaufspreis. Die Schönheit der Schweiz – von den abgelegenen SAC-Hütten bis zu den atemberaubenden Rundflügen für Touristen – bleibt weiterhin zugänglich.
Aber die Unsicherheiten bleiben. Der Waffenstillstandsprozess im Iran ist fragil, und die Märkte reagieren nervös. Während die Börsenkurse steigen, bleibt die Frage, wann die Tankstellenpreise endlich sinken werden. Ein Rohstoffanalyst hat treffend bemerkt, dass die vollständige Öffnung der Straße von Hormus entscheidend für die Preissituation ist. Aber was passiert, wenn es erneut zu einer Zuspitzung der Lage kommt? Eine erneute Eskalation könnte uns alle teuer zu stehen kommen.
In dieser seltsamen Zeit, in der die Energiepreise steigen und fallen wie die Wellen des Meeres, müssen wir uns fragen, wie lange wir von fossilen Brennstoffen abhängig bleiben wollen. Die Diskussion über die Energiewende wird dringlicher denn je. Inmitten all dieser Herausforderungen bleibt es wichtig, die Entwicklungen genau zu beobachten. Denn eines ist sicher: Der Verlauf des Iran-Kriegs wird auch weiterhin unsere Preise und Lebensbedingungen beeinflussen, und wir müssen bereit sein, uns anzupassen.