Heute ist der 12.05.2026, und während wir in Basel unsere Stadt genießen, gibt es im Kanton Wallis eine erhebliche Herausforderung, die Aufmerksamkeit erfordert. Fast 1400 Standorte sind dort mit schädlichen Substanzen wie Quecksilber, Aluminium und PFAS belastet. Ein ziemlicher Brocken, wenn man bedenkt, dass diese Altlasten von Industriebetrieben stammen, die über Jahrzehnte hinweg ihre Abfälle ohne klare Vorschriften entsorgt haben. Der Kanton hat seit rund 20 Jahren an der Sanierung dieser Problemzonen gearbeitet, und es wird geschätzt, dass weitere 20 Jahre nötig sein werden, um alles vollständig in den Griff zu bekommen.

Bei einer Medienkonferenz wurde kürzlich verkündet, dass seit 2022 keine größeren Umweltverschmutzungen festgestellt wurden. Das klingt erst mal positiv, aber die Sache hat einen Haken: 33 neue belastete Standorte wurden identifiziert. Im kantonalen Kataster stehen 1386 solcher Standorte auf der Liste. 728 wurden bereits untersucht, 190 saniert, und 97 warten noch auf ihre Sanierung. Besonders besorgniserregend ist die Deponie Gamsenried bei Visp, wo der Pharmakonzern Lonza jahrzehntelang Produktionsabfälle deponierte. Dort haben sich rund drei Millionen Kubikmeter kontaminiertes Material angesammelt – ein wahres Umweltdebakel.

Die Herausforderungen der Sanierung

Die Deponie in Gamsenried ist undicht, und Giftstoffe sickern ins Grundwasser. Das hat zur Folge, dass sich die Verschmutzung mittlerweile über zwei Kilometer ausgebreitet hat. Um dem entgegenzuwirken, plant der Kanton eine 1,6 Kilometer lange Dichtwand, die 30 Meter tief in den Boden gerammt werden soll. Die Baubewilligung ist bereits erteilt, aber die Sanierungsarbeiten, die ursprünglich 2025 beginnen sollten, wurden auf 2026 oder 2027 verschoben. Es ist also noch ein langer Weg zu gehen.

Ein weiteres Problem sind die PFAS-Verbindungen. Diese chemisch stabilen und schwer abbaubaren Stoffe stellen eine wachsende Herausforderung dar. 2022 wurden fünf PFAS-Schadstofffahnen im Grundwasser identifiziert, was die Situation zusätzlich verkompliziert. Die DUW hat in der Zwischenzeit 187 weitere Standorte lokalisiert, an denen PFAS-haltige Löschschäume verwendet wurden. Diese Stoffe reichern sich in Organismen an und erfordern umfangreiche Untersuchungs- und Sanierungsmethoden. Der Kanton schätzt die Sanierungskosten bis 2045 auf rund eine Milliarde Franken, wobei das Verursacherprinzip gilt.

Fortschritte und Ausblick

Auf der positiven Seite gibt es Fortschritte bei der Sanierung von mit Quecksilber belasteten Standorten. Erfreulicherweise sind bereits 95 Prozent der betroffenen Parzellen im Siedlungsgebiet saniert, und die Sanierung in der Landwirtschaftszone ist abgeschlossen. Das gibt Hoffnung, dass viele der Altlasten in Zukunft der Vergangenheit angehören könnten. Doch der Weg dorthin ist steinig und lang. Es bleibt abzuwarten, wie die Pläne des Kantons umgesetzt werden und ob die Bevölkerung in den betroffenen Gebieten bald aufatmen kann.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die Situation im Wallis ist ein eindrückliches Beispiel für die Herausforderungen, die uns die Industriegeschichte hinterlassen hat. Es ist eine komplexe Angelegenheit, bei der viele Interessen aufeinanderprallen. Die Hoffnung auf eine saubere Zukunft bleibt, und die Bevölkerung ist mehr denn je gefordert, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen. Nur so kann ein Bewusstsein geschaffen werden, das über das Hier und Jetzt hinausgeht.