Heute ist der 6.07.2026, und während die Sonne über den Walliser Bergen aufgeht, wird deutlich, dass die Schweizer Festivallandschaft in einem Wandel steckt. Einmal waren sie das Herzstück unserer Sommer, wo Musik und Lebensfreude die Luft erfüllten. Doch die Realität sieht mittlerweile anders aus. Immer mehr Festivals verschwinden oder verändern sich grundlegend. Die Gründe sind vielfältig und reichen von teuren Ticketpreisen bis hin zu den Herausforderungen, die mit der Organisation solcher Großereignisse verbunden sind.

Eine Umfrage hat ergeben, dass die finanziellen Rahmenbedingungen für große Openairs mittlerweile alles andere als stabil sind. Nehmen wir das Openair Frauenfeld als Beispiel: 2019 war es noch ausverkauft mit stolzen 185.000 Besuchern, doch Prognosen für 2025 sagen lediglich 102.000 Besucher voraus. Ein echter Schock! Auch das Openair St. Gallen hatte seine Herausforderungen – 2025 wurden nur 96.000 zahlende Gäste registriert, weit entfernt von der angestrebten Auslastung von 90%. Die Organisatoren konnten trotzdem schwarze Zahlen schreiben, vor allem dank einer erhöhten Pro-Kopf-Konsumation und Sponsoring. Doch das ist nicht die Regel.

Kostenfalle und strukturelle Probleme

Das Gurtenfestival, das 2025 immerhin rund 98.000 Besucher anlockte, hat ebenfalls mit stark gestiegenen Kosten zu kämpfen. Die Organisatoren berichten von einem Anstieg der Ausgaben für Infrastruktur und Personal. Wer hätte gedacht, dass solch eine Veranstaltung mit so viel Freude und Musik auch im Hintergrund mit schlaflosen Nächten und finanziellen Sorgen verbunden sein kann? Und während sich die großen Festivals noch halbwegs über Wasser halten, sind es vor allem die kleinen und mittelgroßen Festivals, die vor enormen Herausforderungen stehen. Die Kosten für Technik, Infrastruktur und Gagen steigen stetig, und die Nachwuchsproblematik, die durch Corona noch verstärkt wurde, sorgt für ein besorgniserregendes Bild.

Der Verband PETZI hat kürzlich die Alarmglocken läuten lassen: Kleine Festivals sind die vulnerabelsten im gesamten Spektrum. Christof Huber, der Leiter des Open Airs St. Gallen, spricht von einer „Ausdünnung“ in der Festivallandschaft. Wenn man sich die letzten Jahre ansieht, wird klar, dass wir hier von einer ernsthaften Krise sprechen. Extreme Wetterbedingungen könnten die Situation noch weiter verschärfen. Wer erinnert sich nicht an die verregneten Tage bei einem Festival, die einfach alles ruinieren können?

Ein Blick ins Ausland

In Großbritannien gibt es bereits Initiativen wie den „Trust“, der kleine Veranstalter unterstützt, indem ein Teil der Ticketgelder in den Grassroots-Musiksektor fließt. Das wäre doch ein Modell, das auch für die Schweiz interessant sein könnte! Ein Pfund pro Ticket – es klingt nicht viel, aber es kann einen großen Unterschied machen. Viele Musikclubs hierzulande berichten von einem Rückgang der Einnahmen um 30 bis 40 Prozent. Da ist es kein Wunder, dass einige Lokalitäten, wie das Kulturlokal Sudhaus in Basel, bis Ende 2026 schließen müssen, weil sie keine Lösungen für ihre Mietverhältnisse finden konnten.

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Die Teuerung betrifft alle, nicht nur die Festivals, sondern auch die Musikclubs, die auf Bareinnahmen angewiesen sind, um ihre künstlerischen Programme zu finanzieren. Das ist ein ernstes Problem, das nicht nur die Musiker, sondern auch die gesamte Kulturbranche betrifft. Ein lebendiges Ökosystem ist auf gesunde Wurzeln angewiesen, und die Frage nach der strukturellen Stabilität wird immer zentraler.

Die Begeisterung für Musikfestivals in der Schweiz ist ungebrochen. Doch wir dürfen nicht übersehen, dass wir uns in einer kritischen Phase befinden. Jeder Besucher, der ein Ticket kauft, trägt dazu bei, die Szene am Leben zu halten. Es bleibt zu hoffen, dass sowohl große als auch kleine Veranstalter Wege finden, um gemeinsam durch diese stürmischen Zeiten zu navigieren. Das wäre nicht nur eine Erleichterung für die Organisatoren, sondern auch für all jene, die mit Herzblut und Leidenschaft in der Musikszene arbeiten.