Heute ist der 6.06.2026 und die Wogen schlagen hoch in Crans-Montana. Der tragische Brand in der Bar „Le Constellation“ am 1. Januar 2026 hat nicht nur das Leben von 41 Menschen gefordert – viele davon waren jung und voller Träume – sondern auch eine Kette von Ermittlungen und Vorwürfen angestoßen, die die Gemüter erhitzen. 115 Verletzte, einige mit schweren Brandverletzungen, kämpfen noch immer um ihre Gesundheit. Die schrecklichen Bilder und die Geschichten der Überlebenden gehen unter die Haut und berühren uns hier in Basel tief.
Im Zentrum dieser Tragödie steht Jessica Moretti, die Mitinhaberin der Bar, die nun von der Staatsanwaltschaft wegen Urkundenfälschung beschuldigt wird. Fünf Monate nach dem verheerenden Brand sind die Ermittlungen noch lange nicht abgeschlossen. Die Fragen häufen sich: Was geschah wirklich an diesem verhängnisvollen Abend? Am 5. Juni 2026 wurden Jessica und ihr Ehemann Jacques zur Befragung in Sitten einberufen. Die Konfrontationseinvernahme wurde angeordnet, nachdem beide in früheren Gesprächen mehrmals die Antworten verweigert hatten. Ein unbehagliches Gefühl macht sich breit – was könnte sie verbergen?
Die Schatten der Vergangenheit
Im Fokus der Untersuchungen steht eine Rechnung aus dem Jahr 2015, die Schaumstoffmaterial betrifft, das im Umbau der Bar verwendet wurde. Dieser Schaumstoff, der an der Decke des Untergeschosses angebracht war, entzündete sich durch funkensprühende Partyfontänen – ein katastrophaler Fehler, der fatale Folgen hatte. Morettis Anwalt weist jedoch darauf hin, dass die mutmaßliche Fälschung der Rechnung möglicherweise steuerliche Hintergründe hat und somit nicht direkt mit der Tragödie in Verbindung stehe. Doch die Opferanwälte sind nicht bereit, diesen Aspekt einfach so abzutun und fordern Aufklärung über die Herkunft des Schaumstoffs.
Die Ermittlungen erstrecken sich mittlerweile auf insgesamt 14 Personen, darunter fünf amtierende oder ehemalige Gemeindevertreter und sieben Gemeindemitarbeiter. Ein besonders schmerzlicher Punkt: Die Gemeinde Crans-Montana gab zu, dass seit 2019 keinerlei Brandschutzkontrollen in der Bar durchgeführt wurden. Das ist mehr als nur fahrlässig – die Angestellten waren nicht im Brandschutz geschult und hatten keinen blassen Schimmer, wo die Feuerlöscher zu finden waren. In der Brandnacht war eine als Notausgang gedachte Tür verschlossen, was den Fluchtweg der Gäste zusätzlich versperrte. Viele der Todesopfer starben auf einer engen Treppe, die durch Umbauarbeiten noch weiter verengt wurde. Ein Albtraum, der sich vor den Augen der Überlebenden abspielte.
Die Wut der Opferfamilien
Die andauernden Verzögerungen im Verfahren sorgen für Unmut bei den Familien der Opfer. Einige klagen bereits in anderen Ländern, darunter Frankreich, und jeder Tag, der vergeht, bringt neue Frustration. Die Trauer und der Zorn sind greifbar – die Angehörigen verlangen Antworten, während die Staatsanwaltschaft sich in einem Netz aus Komplexität und rechtlichen Hürden verstrickt sieht. Die Suche nach Gerechtigkeit zieht sich hin und lässt die Wunden nur schwer heilen.
Das Geschehen in Crans-Montana wirft nicht nur Fragen zur Verantwortung auf, sondern beleuchtet auch die Schwächen im Brandschutzsystem der Gemeinde. In einer Zeit, in der Sicherheit an erster Stelle stehen sollte, scheint es, als wäre das Vertrauen in die Institutionen erschüttert worden. Die Menschen hier in Basel, die die Nachrichten verfolgen, können sich nur schwer vorstellen, wie es den Betroffenen geht – eine Tragödie, die nicht nur die Herzen der Angehörigen trifft, sondern auch die ganze Gemeinschaft erschüttert.