Die Zukunft des Tourismus in der Schweiz steht vor einem tiefgreifenden Wandel, der durch die Nutzung von Daten und Digitalisierung geprägt ist. Ein wegweisendes Forschungsprojekt mit dem Titel «Resilient Tourism» wird unter der wissenschaftlichen Leitung von Professor Dr. Roland Schegg von der HES-SO Valais-Wallis und fünf weiteren Hochschulen durchgeführt. Ziel des Projekts ist es, die Tourismusentwicklung datengetrieben, digital vernetzt und strategisch zu steuern. Die Abschlusskonferenz «Scaling Smart» in Sierre wird als ein wichtiger Meilenstein angesehen, der die gewonnenen Erkenntnisse zusammenführt.

Über einen Zeitraum von vier Jahren haben mehr als 30 Partner aus der Praxis an diesem Projekt gearbeitet. Hierbei wurden Institutionen wie die EHL Hospitality Business School, die Hochschule Luzern, die Fachhochschule Graubünden und die Universität St. Gallen einbezogen. Eine zentrale Erkenntnis der Forschung ist der Wandel von Entscheidungen, die auf Bauchgefühl basieren, hin zu datenbasierten Ansätzen. Dies wird durch die Plattform tourismdata.ch unterstützt, die als nationale Tourismusdateninfrastruktur dient und wichtige Datenquellen wie Mobilitäts-, Transaktionsdaten und Umfragen bereitstellt.

Daten als Schlüssel zur Entwicklung

Die Anwendung dieser Daten hat weitreichende Implikationen für Marketingstrategien, Angebotsgestaltung und Kapazitätsplanung. Dennoch stehen die Akteure im Tourismus vor Herausforderungen wie Governance-Problemen, fehlenden Standards und Fragen der Datensicherheit. Um diese Herausforderungen zu meistern, ist die Entwicklung koordinierter Ansätze und «AI-ready»-Daten für ein digitales Ökosystem unerlässlich. Ein Paradigmenwechsel zeichnet sich ab: vom traditionellen Suchmaschinen-Marketing hin zur Generative Engine Optimization. Die Analyse von über 400 IT-Lösungen entlang der touristischen Wertschöpfungskette zeigt, wie tief die Digitalisierung in das Kerngeschäft des Tourismus eingreift.

Ein weiterer spannender Aspekt des Projekts ist die Modellierung und Simulation touristischer Systeme, die es ermöglicht, verschiedene Szenarien zu analysieren und von einer reaktiven in eine proaktive Steuerung des Tourismus zu wechseln. Die Konferenzen, Podcasts und Videos, die im Rahmen des Projekts entwickelt wurden, tragen zum Aufbau eines Innovationsökosystems bei und unterstützen insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) im Kanton Waadt. Die nächste Konferenz ist für den 26. und 27. Mai 2026 in Sierre geplant und wird die Skalierung erfolgreicher Ansätze betonen.

Digitale Entwicklungen im Tourismus

Die Digitalisierung schreitet in vielen Bereichen, einschließlich des Tourismus, unaufhaltsam voran. Beispiele hierfür sind Self-Check-Ins am Flughafen, virtuelle Reiseerlebnisse mit VR-Brillen und die Nutzung von Social Media für Reiseinspiration. Online-Buchungsportale haben die klassischen Reisebüros weitgehend abgelöst, und mehr als die Hälfte der Deutschen bucht ihre Urlaubsreisen mittlerweile online. Auch Destinationen setzen digitale Mittel ein, um ihre Attraktivität zu steigern, indem sie über eigene Websites und Social Media vermarktet werden.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die Zukunft des Tourismus in der Schweiz wird durch einen verstärkten Einsatz von Daten als entscheidenden Faktor geprägt sein. Die Konferenz in Sierre markiert einen Aufbruch in eine neue, datengetriebene Realität des Tourismus, die nicht nur für große Anbieter, sondern auch für kleine und mittlere Unternehmen neue Chancen eröffnet. Die Nutzung digitaler Entwicklungen und die Herausforderungen, die damit einhergehen, werden die Branche weiterhin beschäftigen und prägen.