In den letzten Wochen hat sich in Crans-Montana eine Geschichte entfaltet, die nicht nur die Bewohner, sondern auch die gesamte Schweiz in Atem hält. Ein tödlicher Brand in der Bar «Le Constellation» an Silvester hat nicht nur die Gemüter erhitzt, sondern auch das Ehepaar Jacques und Jessica Moretti ins Fadenkreuz der Ermittler gerückt. Am 12. Februar 2026, also bald, wird das Paar im Kanton Wallis einvernommen. Die Vorwürfe sind gravierend und betreffen mutmaßliche Geldwäscherei – eine Geschichte, die sich wie ein schlechter Krimi liest.

Die Brandursache selbst steht im Zentrum der Spekulationen. Überwachungskameras haben neue Aufnahmen ans Licht gebracht, die Jessica Moretti unter Druck setzen. Sie wird beschuldigt, Wunderkerzen an Champagnerflaschen entzündet zu haben, die möglicherweise den verheerenden Brand ausgelöst haben. Das Kuriosum dabei? Diese Aufnahmen wurden über 100 Tage zurückgehalten! Die Angehörigen der Opfer, darunter die Eltern des verstorbenen 17-jährigen Trystan Pidoux, sind empört und fordern Gerechtigkeit.

Die Schatten der Vergangenheit

Die Ermittlungen ziehen weitere Kreise – eine Informantin aus Frankreich meldete sich bei der Staatsanwaltschaft Wallis und berichtete von einer Kreditkarte der Online-Bank Revolut, die auf Jessica Moretti ausgestellt war. Das Besondere daran? Diese Karte hat kein Geldlimit, was die Verdachtsmomente der Geldwäscherei weiter anheizt. Jessica soll zudem Geld zwischen den drei Gastrobetrieben der Eheleute hin- und hergeschoben haben, was ein Netz aus gegenseitigen Schulden spinnt. Ein gefährliches Spiel, könnte man sagen.

Die Aufnahmen der Überwachungskameras scheinen auch eine andere Geschichte zu erzählen. Es wird berichtet, dass Jessica in dem Moment, als der Brand ausbrach, das Lokal über eine Treppe verlässt. Die Szenen nach dem Brandausbruch waren tumultartig, und ihre Flucht ohne Alarm zu schlagen, wird von den Angehörigen scharf kritisiert. „Sie hat die Gäste zurückgelassen“, sagt einer der Anwälte der Opfer. Die Videos, die aus 14 Kameras stammen, zeigen ihre Flucht und werden schrittweise den Anwälten der betroffenen Familien zur Verfügung gestellt. Vollständige Einsichtnahme ist ab Mai vorgesehen.

Ein gefährliches Netz

Ein weiterer Punkt, der die Ermittler beschäftigt, ist das Geflecht von finanziellen Transaktionen der Morettis. Private Zahlungen ins Ausland landeten auf ihren Privatkonten, ohne dass sie versteuert wurden. Das Ehepaar hat der Staatsanwaltschaft kein Barvermögen in Frankreich deklariert, was die Verdachtsmomente weiter verstärkt. Es wird sogar gemunkelt, dass Gelder über ihren Ziehsohn Jean-Marc Gabrielli in Verbindung mit korsischem Banditentum verwendet worden sein könnten. Jacques Moretti, der in Korsika geboren wurde, hat angeblich Verbindungen zur nationalistischen Unabhängigkeitsbewegung.

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Die Ermittlungen der Schweizer Behörden sind weiterhin im Gange, und die Spannungen steigen. Die Sicherheitsstandards, die in der Gastronomie gelten sollten, werfen Fragen auf. Es wird Zeit, dass die Branche die Vorschriften ernstnimmt. Schließlich sollte die Sicherheit der Gäste immer an erster Stelle stehen. Vor diesem Hintergrund ist die Debatte um Sicherheitsstandards in Gastronomiebetrieben aktueller denn je – insbesondere nach einem solchen Vorfall, der nicht nur Leben gekostet hat, sondern auch das Vertrauen in die Branche erschüttert.