Die Natur ist ein facettenreiches Schauspiel, das uns immer wieder in seinen Bann zieht. Doch manchmal zeigt sie auch ihre Schattenseiten. Im Wallis haben sich die Bedingungen für Campingbegeisterte erheblich verschärft. Gleich 13 Campingplätze müssen aufgrund von Naturgefahren wie Hochwasser schließen. Vor allem im Oberwallis, wo idyllische Orte wie Goms und Saas-Grund liegen, ist die Situation besonders angespannt. Dabei sind die Schließungen nicht etwa auf einen Mangel an Besuchern zurückzuführen, sondern auf die Gefahren, die das Wetter mit sich bringt. Hochwasser und Lawinen sind keine Scherzartikel – das versteht jeder, der schon einmal in den Bergen unterwegs war.
Die Schließungen werfen jedoch Fragen auf. Wo können Reisende nun noch ihr Zelt aufschlagen? Experten vermuten, dass Wildcampen an Beliebtheit gewinnen wird. Marcel Zysset, Präsident des Schweizer Camping-Dachverbands Swisscamps, sieht dies als eine naheliegende Entwicklung. Auch Vanessa Flack, Mediensprecherin des Touring Clubs Schweiz (TCS), teilt diese Meinung. Sie betont, dass viele Reisende, die sich nach Abenteuern in der Natur sehnen, auf Wildcampen ausweichen könnten. Aber – und das ist wichtig – Wildcamper sind oft höheren Risiken ausgesetzt, da sie in unsicheren Zonen campieren. Zysset warnt vor potenziellen Unfällen, Diebstahl und den negativen Umwelteinflüssen, die durch wildes Campen entstehen können.
Die Kehrseiten des Wildcampens
Nicht jeder ist sich der Herausforderungen bewusst, die das Wildcampen mit sich bringt. Viele Menschen ziehen es vor, an Orten mit guter Infrastruktur zu übernachten. Flack weist darauf hin, dass man sich unbedingt bei den zuständigen Gemeinden oder der Ortspolizei erkundigen sollte, wo Wildcampen erlaubt ist. Sonst drohen saftige Bußgelder. Die Oberwalliser Bauernvereinigung hat bereits negative Erfahrungen mit Wildcampern, vor allem am Simplonpass, gemacht. Die Hinterlassenschaften mancher Camper – seien es Müll oder Fäkalien – belasten die Natur und die Erholungssuchenden. Wanderer, die im Hochsommer die Ruhe und Schönheit der Landschaft genießen wollen, stehen oft vor einem Scherbenhaufen menschlicher Unarten.
Doch es gibt auch Lichtblicke. Daniel Blättler vom Schweizer Bauernverband hebt hervor, dass 40 Landwirtschaftsbetriebe legale Übernachtungsmöglichkeiten für Camper anbieten. Diese Betriebe, wie der „Bauernhof Camping Wyler“ in Innertkirchen oder der „Chliarni-Hof“ in Küssnacht am Rigi, bieten eine hervorragende Alternative zum Wildcampen. Hier kann man nicht nur in der Natur übernachten, sondern auch die herzliche Gastfreundschaft der Bauern genießen.
Ein Blick nach Deutschland
Wenn wir über Camping sprechen, dürfen wir unsere Nachbarn in Deutschland nicht vergessen. Ab 2026 wird Wildcampen dort grundsätzlich verboten sein, allerdings gibt es legale Alternativen. Mehr als 200 offiziell ausgewiesene Trekking- und Biwakplätze warten auf Entdecker. Die Rechtslage variiert dabei stark zwischen den Bundesländern – was in einem Bundesland geduldet wird, kann im anderen ein teures Vergnügen werden. Bußgelder für illegales Campen können sich schnell summieren und reichen von 50 bis hin zu 5.000 Euro. Wer sich also dumm und dreist auf einen Parkplatz stellt, könnte schnell in der Kasse einen Dämpfer erleben.
Die Preise für Trekkingplätze liegen meist bei 15 Euro pro Zelt und Nacht, und die Ausstattung ist oft einfach, aber genial: Komposttoiletten und Feuerstellen sind meist vorhanden. Praktische Tipps für respektvolles Camping umfassen Müllvermeidung und das Einhalten von Abständen zu Wohnhäusern. Es gibt auch Apps wie park4night oder iOverlander, die bei der Suche nach einem geeigneten Platz helfen können. Aber, und das ist ein wichtiger Hinweis: Die Rechtslage kann sich jederzeit ändern, also immer schön die aktuellen Bestimmungen im Auge behalten!
Natur und Freiheit
Die besten Plätze für eine Nacht im Freien sind häufig nur den wenigsten bekannt – versteckt zwischen Hügeln, Wäldern oder Seen. Naturliebhaber schätzen die Freiheit, spontan dort zu campen, wo es ihnen gefällt. Wildcampen ist in vielen europäischen Ländern verboten, und das kann mit hohen Bußgeldern bestraft werden. Daher ist es unerlässlich, sich vorab über die jeweiligen Regeln und Gesetze zu informieren. Ein Blick auf das skandinavische „Jedermannsrecht“ zeigt, dass es auch Freiheiten beim Campen gibt, die woanders nicht selbstverständlich sind. Diese Unterschiede zeigen, wie vielschichtig das Thema Camping ist, und wie wichtig es ist, die Natur mit Respekt zu behandeln.