Am 17. Juli 2026 kam es auf der Alp Eggerhorn im malerischen Walliser Binntal zu einem verheerenden Unglück: Ein Blitzschlag tötete 97 Schwarznasenschafe. Diese Schafe, die sich zum Schutz vor Raubtieren in einem Nachtpferch befanden, wurden während eines nächtlichen Gewitters überrascht. Unglaublich, aber rund 80 weitere Tiere überlebten das Unwetter. Der Schafzüchter Kilian Schnydrig, dessen Herde stark betroffen ist, berichtete, dass die Kadaver per Helikopter geborgen werden mussten. Ein dramatisches Bild, das sich da bot.

Schnydrig selbst glaubt, dass der Verlust durch die Herdenschutzmaßnahmen verstärkt wurde. Die Schafe waren in einem engen Raum zusammengepfercht und hätten, so seine Ansicht, bei Gewittern normalerweise Schutz suchen und sich besser verteilen können. Ein anderer Züchter, Lucien Fellay, stimmt ihm zu und fügt hinzu, dass Schafe instinktiv nach Sicherheit suchen. Das klingt einleuchtend, oder? Doch nicht alle sind dieser Meinung.

Die Perspektive der Wolfsschutzorganisation

Die Wolfsschutzorganisation Groupe Loup Suisse hat eine ganz andere Sichtweise auf die Sache. Isabelle Germanier erklärte, dass Nachtpferche die Sterblichkeit von Schafen insgesamt gesenkt hätten. Vor der Rückkehr des Wolfes waren viele Schafe auf den Alpen ungeschützt, was zu einer höheren Mortalität führte. Ein interessanter Punkt, der zeigt, wie komplex die Beziehung zwischen Herdenschutz und Tierwohl ist.

Die Dienststelle für Landwirtschaft des Kantons Wallis sieht den Tod der Schafe als einen außergewöhnlichen Unglücksfall an. Sie können keinen Zusammenhang zwischen den Herdenschutzmaßnahmen und dem hohen Verlust erkennen. Das klingt fast schon nach einem Trost, der nicht wirklich tröstet. Denn für die Züchter stellt der Verlust von fast der Hälfte ihrer Herde einen gravierenden Rückschlag dar. Das Walliser Schwarznasenschaf gilt schließlich als Kulturgut.

Die finanzielle Seite ist ebenfalls nicht zu vernachlässigen. Eine Entschädigung für die Halter der verendeten Tiere erfolgt lediglich über private Versicherungen. Im Wallis gibt es keine obligatorische kantonale Versicherung für solche Schäden – ein Umstand, der die betroffenen Züchter zusätzlich belastet. In einem Land, wo der Schutz der Tiere und die Tradition der Schafzucht so tief verwurzelt sind, ist das schon ein bisschen absurd.

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Der Vorfall hat nicht nur die betroffenen Züchter erschüttert, sondern wirft auch Fragen über den Umgang mit Naturgewalten und Herdenschutz auf. Wie kann man die Sicherheit der Tiere gewährleisten, ohne sie in kritischen Momenten in Gefahr zu bringen? Der Dialog zwischen den verschiedenen Interessengruppen wird sicher weitergehen müssen. Für die Schafzüchter in dieser Region bleibt nur zu hoffen, dass so etwas nie wieder passiert.