Die Hütten des Schweizer Alpen-Clubs (SAC) erfreuen sich immer größerer Beliebtheit und das Jahr 2025 hat diese positive Entwicklung auf eindrucksvolle Weise unterstrichen. Mit 409’000 Übernachtungen im SAC, einem Anstieg von 12,7 % im Vergleich zum Vorjahr, stellte 2025 das erfolgreichste Jahr in der Geschichte des Vereins dar. Besonders die Wintersaison trug mit einem Anstieg der Übernachtungen um 25,7 % zu diesem Wachstum bei. Von den insgesamt 409’000 Übernachtungen entfallen 319’000 auf den Sommer und 90’000 auf den Winter. Die Walliser Alpen stehen dabei an der Spitze mit 119’721 Übernachtungen, gefolgt von den Bündner Alpen mit 84’382 und den Berner Alpen mit 74’775 Übernachtungen.
Die Lämmerenhütte im Wallis sticht als die am stärksten frequentierte Hütte hervor, mit beeindruckenden 10’053 Übernachtungen. Trotz der Schließung von sieben Hütten bleibt die große Popularität unter den Bergsportlern ungebrochen. Diese erfreulichen Zahlen stehen jedoch im Kontext nicht zu unterschätzender Herausforderungen, die der SAC bewältigen muss. Die zwei Gesichter der Natur fordern Anpassungen, denn der Klimawandel stellt eine ernsthafte Bedrohung für die alpine Infrastruktur dar.
Herausforderungen durch den Klimawandel
Prognosen zeigen, dass Anpassungen an den Hütten notwendig sind, um die Trinkwasserversorgung langfristig zu sichern. Aktuell können Gäste bei etwa einem Drittel der SAC-Hütten noch einen Gletscher sehen, doch bis 2050 wird dies nur noch bei 10 % der 152 Unterkünfte der Fall sein. In den nächsten 25 Jahren werden zudem bei 21 Hütten in einem Umkreis von zwei Kilometern größere Seen entstehen. Dies bedeutet, dass die Zugänge zu vielen Hütten, die heute noch über Gletscher führen, sich in naher Zukunft verändern werden.
Der SAC warnt vor den Folgen des tauenden Permafrosts und extremen Wetterlagen, die Anpassungen im Hüttenbau erfordern. Notwendige Maßnahmen könnten das Anpassen, Versetzen oder Rückbauen von Hütten beinhalten. Unterstützung erhält der SAC von Architekturstudierenden der Berner Fachhochschule BFH, die im Rahmen der Initiative „Zukunftsbilder Alpen“ Szenarien für die SAC-Hütten im Jahr 2050 entwickeln. Dabei geht es nicht nur um bauliche Anpassungen, sondern auch um nachhaltige Lösungen für die Herausforderungen, die die Natur an die Bergsportler stellt.
Die Zukunft der SAC-Hütten
Die Zahlen und Prognosen zeigen, dass der SAC vor großen Herausforderungen steht, aber auch Chancen für eine nachhaltige Entwicklung bietet. Der Zentralverband rechnet bis 2040 mit jährlichen Ausgaben von 20 bis 25 Millionen Franken für Hüttenbauprojekte, wobei ein Drittel dieser Summe für Anpassungen an den Klimawandel eingeplant ist. Mit 180’000 Mitgliedern und 151 Hütten ist der SAC nicht nur ein wichtiger Akteur im Bergsport, sondern auch ein Bewahrer der alpinen Kultur und Natur.
Als Herzstück des Bergsportes in der Schweiz müssen die SAC-Hütten sowohl den Bedürfnissen der Gäste gerecht werden als auch den Herausforderungen der sich verändernden Umwelt standhalten. Die Zukunft des Bergsports wird davon abhängen, wie gut es gelingt, diese Herausforderungen anzugehen und gleichzeitig die Schönheit und den Reiz der Alpen für kommende Generationen zu bewahren.