Die Brandkatastrophe in Crans-Montana hat nicht nur unermessliches Leid verursacht, sondern auch Fragen aufgeworfen, die die betroffenen Familien stark belasten. Ein besonders ergreifender Fall ist der des 16-jährigen italienischen Brandopfers, Manfredi Marcucci, der von der Katastrophe betroffen ist. Er erhielt eine Spitalrechnung über 70’000 Franken, was die Familie in große Verwirrung stürzte. Schließlich war ihnen zuvor zugesichert worden, dass der Kanton Wallis alle Kosten übernehmen würde.

Bei der verheerenden Brandkatastrophe kamen tragischerweise 41 Menschen ums Leben und 115 wurden teils schwer verletzt. Manfredi gehört zu den 19 schwerverletzten italienischen Opfern und wurde nach kurzer Zeit auf die Intensivstation in Sitten verlegt, bevor er ins Mailänder Spital Niguarda transferiert wurde. Besonders schmerzlich für ihn ist der Verlust seines Freundes Riccardo Minghetti, der zu den sechs italienischen Todesopfern zählt. Der italienische Botschafter für die Schweiz, Gian Lorenzo Cornado, hat sich bereits eingeschaltet und ein Gespräch mit dem Walliser Staatsratspräsidenten Mathias Reynard geführt. Letzterer bestätigte, dass der Rechnungsversand ein Fehler war und die Familien der verletzten Jugendlichen nichts schulden.

Hilfe für die Betroffenen

Drei Monate nach dem schrecklichen Vorfall arbeiten Bund und Kanton intensiv an finanzieller Unterstützung für die Betroffenen. Die enormen Schäden, die durch die Brandkatastrophe entstanden sind, haben auch viele ausländische Opfer betroffen. Die Behandlung schwerer Brandverletzungen ist nicht nur aufwendig, sondern auch kostspielig. Die herkömmliche Opferhilfe im Wallis stieß schnell an ihre Grenzen, weshalb Soforthilfen beschlossen wurden und Millionen an Spendengeldern flossen.

Die Opferhilfe des Kantons Wallis gewährte seit dem 1. Januar Soforthilfeleistungen im Wert von 285’000 Franken. Diese Soforthilfe umfasst Übernachtungen, Transport, psychologische Hilfe und rechtliche Unterstützung. Um den Opfern weiterhin Hilfe zukommen zu lassen, wurde die Soforthilfe von 35 Tagen auf drei Monate verlängert und wird nun individuell an die finanzielle Situation der Betroffenen angepasst. Die Kosten für Bestattungen und Rückführungen der Verstorbenen belaufen sich auf etwa 820’000 Franken, die ebenfalls vom Kanton übernommen werden.

Finanzielle Unterstützung und Spendenaktionen

Für jede verstorbene und schwer verletzte Person, die mindestens eine Nacht im Spital verbracht hat, stellt der Kanton eine einmalige Soforthilfe von 10’000 Franken bereit. Insgesamt sind 156 Personen aus der Schweiz, Frankreich, Italien und Belgien betroffen. Bisher wurden über 1,2 Millionen der vorgesehenen 1,56 Millionen Franken an die Opfer ausbezahlt. Der Kanton hat zudem einen Nachtragskredit beantragt, um weitere Unterstützung zu gewähren, auch für ambulant behandelte Opfer.

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Das Bundesparlament hat einen Solidaritätsbeitrag von 50’000 Franken pro Person für Angehörige der Verstorbenen und schwer verletzte Personen verabschiedet. Dieser wird vom Kanton vorfinanziert und später vom Bund rückerstattet. Die Walliser Regierung hat dazu einen Nachtragskredit von 7,8 Millionen Franken beantragt, um die Vorfinanzierung zu sichern. Insgesamt rechnen die Behörden mit 400 direkt betroffenen Personen, einschließlich Zeugen und Rettungskräften. Um die Spenden zu verwalten, wurde die Stiftung „Beloved“ gegründet, die mit einem Startkapital von einer Million Franken sowie weiteren 10 Millionen Franken vom Kanton ausgestattet ist.

Die Dimension der Solidarität ist beachtlich. Insgesamt belaufen sich die Spendenzusagen auf rund 24 Millionen Franken, was ein Zeichen der Unterstützung für die Betroffenen ist. In Zeiten wie diesen zeigt sich, wie wichtig Gemeinschaft und Hilfeleistung sind, um die Wunden zu heilen, die solche Tragödien hinterlassen.