In den letzten Wochen sorgte ein Slogan eines Erotikclubs für ordentlich Wirbel in der Schweiz. Der Slogan „Begehren braucht keine Erlaubnis“ war in den Kantonen Waadt und Wallis plakatiert und erweckte sofort Empörung. Die Schweizerische Lauterkeitskommission (SLK) hat nun entschieden, dass dieser Spruch als diskriminierend eingestuft wird. Zugegeben, es gibt immer wieder Diskussionen über Werbung und ihre Grenzen – doch hier wurde eine klare Linie gezogen.

Das Collectif Féministe Valais und die Aktivistin Marie Butty von der Grève Féministe Vaud waren es, die die Beschwerde einreichten. Ihr Engagement hat sich gelohnt: Am 30. Juni 2023 erhielt das Collectif Féministe Valais recht, und der Slogan darf künftig nicht mehr verwendet werden. Die SLK argumentierte, dass der Slogan den Eindruck vermittelt, dass Begehren ohne Zustimmung legitim sei. Das könnte, so die Sorge der Kommission, ein gefährliches Bild von Gewalt oder dominanten Verhaltensweisen gegenüber Frauen fördern.

Ein Erfolg für die Frauenbewegung

Maude Louviot vom Collectif Féministe Valais bezeichnete den Entscheid als einen wichtigen Erfolg und hofft, dass dies ein Präzedenzfall für zukünftige Werbung wird. Marie Butty, die auch Gründerin des Opferhilfevereins „Je te crois“ ist, begrüßte den Entscheid ebenfalls. Sie betont, dass solche Werbebotschaften nicht mehr toleriert werden dürfen. Und das ist ein Punkt, der nicht genug betont werden kann – der öffentliche Raum sollte ein sicherer Ort für alle sein.

Aber was genau ist die SLK? Diese Stiftung ist unabhängig und paritätisch besetzt, ihre Mitglieder kommen aus der Werbung, Konsumentenorganisationen und Medien. Sie hat die Aufgabe, die Selbstkontrolle der Werbung zu gewährleisten. Die SLK wird von der Kommunikationsbranche finanziert und prüft Beschwerden in Zusammenarbeit mit Fachleuten. Werbung, die als irreführend, täuschend oder aggressiv empfunden wird, fällt unter ihre Grundsätze. Im Übrigen kann jede Person kostenlos eine Beschwerde einreichen. Das ist ein wichtiger Schritt für mehr Verantwortung in der Werbewelt.

Die Diskussion über sexistische Werbung ist nicht neu, doch sie nimmt an Fahrt auf. Werbung sollte nicht nur kreativ und ansprechend sein, sondern auch respektvoll. Der Fall des Erotikclub-Slogans zeigt, wie wichtig es ist, wachsam zu sein und für die eigene Würde und die der anderen einzustehen. Am Ende des Tages ist es nicht nur eine Frage des Slogans, sondern auch eine gesellschaftliche Verantwortung, die jeder von uns trägt.

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