Licht und Schatten: Greenpeace kämpft gegen den Tiefseebergbau in Basel
Am Samstagabend war in Basel einiges los. Greenpeace, die bekannte Umweltschutzorganisation, hat gegen die umstrittenen Pläne des Schweizer Unternehmens Allseas im Tiefseebergbau protestiert. Um 21.30 Uhr erstrahlte das Gebäude der Alten Universität am Grossbasler Rheinufer in neuem Licht – ein eindrucksvolles Filmprojektionsspektakel, das die Aufmerksamkeit der Passanten auf sich zog. Mit dieser Aktion, die bereits die dritte ihrer Art in der Schweiz war, nach den Protesten in Schloss Chillon VD und Zürich, wollte Greenpeace auf die Gefahren des Tiefseeabbaus aufmerksam machen.
Im projizierten Film wird Allseas vorgeworfen, ohne die Genehmigung der International Seabed Authority (ISA) zu handeln. Stattdessen berufen sich die Verantwortlichen auf eine Verordnung des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, was unter den Umweltschützern für massive Kritik sorgt. Greenpeace warnt, dass die Eingriffe in die empfindlichen Ökosysteme der Tiefsee verheerende Folgen haben könnten – von massiven CO2-Emissionen bis hin zu irreparablen Schäden am Meeresboden. Ein Sprecher von Greenpeace brachte es auf den Punkt: „Die Tiefsee ist kein Ort für industrielle Ausbeutung.“
Die Hintergründe des Protests
Allseas, ansässig in Châtel-Saint-Denis im Kanton Freiburg, hat sich auf Offshore-Operationen spezialisiert. Dazu gehören das Verlegen von Pipelines und der Bau von Ölplattformen sowie Windkraftwerken im Meer. In Zusammenarbeit mit dem kanadischen Unternehmen The Metals Company (TMC) plant Allseas, metallreiche Klumpen vom Meeresboden im Pazifik abzubauen. Das Schiff „Hidden Gem“, ausgestattet mit einem ferngesteuerten U-Boot, spielt hierbei eine zentrale Rolle. Während beide Unternehmen betonen, dass ihre Methode schonend sei, sieht Greenpeace das ganz anders.
Die Sorge um die Tiefsee ist nicht unbegründet. Diese geheimnisvolle Welt beherbergt einzigartige Ökosysteme, von denen 90 Prozent der Arten noch unbekannt sind. Laut Iris Menn, der Geschäftsleiterin von Greenpeace Schweiz, ist der Schutz dieser Gebiete unerlässlich. Aktuell finden internationale Verhandlungen über den Tiefseebergbau statt, die in der ISA stattfinden. 171 Mitgliedsländer, darunter die Schweiz, setzen sich für ein Moratorium ein. Die nächste Sitzung wird im Juli 2026 in Kingston, Jamaika, stattfinden. Das Thema wird brisant bleiben.
Ein Blick auf die internationalen Regelungen
Die ISA hat in der Vergangenheit einige wichtige Punkte diskutiert. Positiv zu vermerken ist, dass bislang kein Mining Code verabschiedet wurde, und somit auch keine internationale Genehmigung für den Tiefseebergbau erteilt wurde. Trotzdem gab es auch Rückschläge: Grundsatzregelungen zum Schutz der Tiefsee wurden abgelehnt, was für Umweltschützer ein herber Schlag ist. Die Verhandlungen stehen unter Druck, vor allem durch die Industrie und die USA, die sich nicht an die internationalen Standards halten wollen.
Allseas und TMC stehen im Fokus, da sie an den Rand der Legalität operieren. Ihre Praktiken könnten nicht nur die Umwelt schädigen, sondern auch die internationalen Standards untergraben. Es bleibt abzuwarten, welche Konsequenzen die laufenden Untersuchungen für diese Unternehmen haben werden. Aber eines ist klar: Die Diskussion um den Tiefseebergbau ist noch lange nicht vorbei.
