Heute ist der 22.05.2026 und wir blicken nach Uri, wo die Hochschulwelt sich in der letzten Zeit mit bemerkenswerten Studien zu Mediennutzung und -kompetenz beschäftigt hat. Anfang Mai wurde die Fachwelt von einer spannenden Ehrung überrascht, die eine Gruppe junger Talente ins Rampenlicht rückte. Die PH Schwyz zeichnete die Bachelorarbeiten von Salome Schmucki aus Dürnten, Anja Blaser aus Ibach SZ und Rebekka Tresch aus Altdorf UR für ihre herausragenden Themen und deren gesellschaftliche Relevanz aus. Das Besondere? Diese Arbeiten sind nicht nur akademische Meisterwerke, sondern auch echte Augenöffner für die Herausforderungen der Medienerziehung.
Salome Schmucki hat sich in ihrer Bachelorarbeit mit einem Thema beschäftigt, das uns allen am Herzen liegt: der Mediennutzung von Kindern im Zyklus 1 aus einer entwicklungspsychologischen Perspektive. Sie beobachtete, dass die Kleinen digitale Inhalte sehr früh und ganz selbstverständlich konsumieren. Wobei sie oft nicht in der Lage sind, diese altersgerecht einzuordnen. Das ist eine Herausforderung, die viele Eltern und Pädagogen nur zu gut kennen. Um dem entgegenzuwirken, entwickelte Salome eine Unterrichtseinheit mit einer zweiten Primarklasse. Ihr Ziel? Die Kinder dazu anregen, ihre digitalen Gewohnheiten bewusster wahrzunehmen und Inhalte altersgerecht zu reflektieren.
Bewusster Umgang mit digitalen Medien
Bei der Auswertung ihrer Unterrichtseinheit kam Salome zu einer ernüchternden Erkenntnis: Digitale Medien können sowohl Lernchancen als auch Entwicklungsrisiken bergen. Viele Kinder sind emotional, kognitiv und sprachlich noch nicht in der Lage, mediale Inhalte selbstständig zu verarbeiten. Ein klarer Hinweis darauf, dass sie auf die Co-Regulation von Erwachsenen angewiesen sind, um ihre Medienerlebnisse einordnen und die damit verbundenen Gefühle besprechen zu können. Das lässt sich mit den Ergebnissen anderer Studien gut in Verbindung bringen. Laut der BLIKK-Studie von 2017 nutzen 70% der Kinder im Kita-Alter bereits mehr als eine halbe Stunde täglich die Smartphones ihrer Eltern. Ein alarmierender Trend, der zeigt, wie tief verwurzelt die digitale Welt bereits im Leben der Jüngsten ist.
Die KIM-Studie von 2016 belegt, dass Kinder von digitalen Medien umgeben sind. Hier wurden 1.229 Kinder und deren Eltern befragt und die Ergebnisse zeigten, dass Familien mit Kindern im Alter von 6 bis 13 Jahren meist über Fernseher, Handys, Internetzugang und Computer verfügen. Was allerdings auch nicht zu übersehen ist: Jedes dritte Kind in dieser Altersgruppe besitzt sogar ein eigenes Smartphone. Das wirft Fragen auf, nicht nur über den Zugang zu Inhalten, sondern auch über die Verantwortung, die Eltern und Schulen dabei tragen.
Eltern und Schulen in der Verantwortung
Die Verantwortung für die Medienerziehung wird oft an die Schulen delegiert – das ist ein Gefühl, das viele Eltern teilen. Laut einer Umfrage sehen 76% der Eltern die Schulen in der Pflicht, wenn es um die Medienerziehung geht. Doch das ist ein zweischneidiges Schwert. Die Kultusministerkonferenz hat Medienkompetenz als Schlüsselqualifikation für Grundschulen definiert, aber es mangelt oft an Weiterbildungsmöglichkeiten und technischer Ausstattung für Lehrende. Das ist nicht nur frustrierend, sondern auch hinderlich für die Entwicklung einer soliden Medienerziehungskompetenz.
Die Herausforderungen sind also vielfältig. Kinder profitieren von digitalen Medien, wenn die Risiken bewusst gehandhabt werden. Eine gemeinsame Medienerziehung in Elternhäusern und Bildungseinrichtungen wird daher dringend empfohlen. Das ist nicht nur eine Frage der Verantwortung, sondern auch der Zukunft. Immerhin zeigt die Bertelsmann-Studie von 2015, dass digitales Lernen dazu beitragen kann, Inhalte attraktiver zu vermitteln und die Lernmotivation zu steigern. Und das ist es doch, was wir alle wollen: motivierte, kompetente Kinder in einer zunehmend digitalen Welt.