Heute ist der 1.07.2026, und während wir hier in Uri auf das neue Schuljahr blicken, wird uns bewusst, dass die Herausforderungen auf dem Lehrermarkt nicht nur lokal, sondern auch über die Grenzen hinaus spürbar sind. Die Urner Volksschulen haben gerade das Schuljahr 2025/2026 abgeschlossen und die Vorbereitungen für das nächste Jahr laufen bereits auf Hochtouren. Ein wichtiger Punkt auf der Agenda: die Suche nach neuen Lehrpersonen. Insgesamt wurden für das Schuljahr 2026/2027 58 Lehrkräfte gesucht – das sind 8 für die Kindergartenstufe, 25 für die Primarstufe und weitere 25 für die Oberstufe.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Mit 3’478 Stellenprozente, was fast 35 Vollzeitstellen entspricht, ist die Rekrutierung neuer Lehrkräfte keine Kleinigkeit. Bis zum 15. Juni 2026 konnten 14 von 16 befragten Schulen ihre Stellen erfolgreich besetzen. Dennoch bleibt es spannend – zwei kleinere Pensen auf der Oberstufe sind noch offen, und das in einem Bereich, der ohnehin schon angespannt ist. Georg Simmen, der Regierungsrat, hat das Thema der Lehrersuche als herausfordernd beschrieben. Es gibt oft nur wenige oder gar keine brauchbaren Bewerbungen. Die Stellenbesetzungen erfolgen häufig durch persönliche Kontakte und flexible Pensenaufteilung – was irgendwie auch zeigt, wie wichtig Netzwerke in dieser Branche sind.

Der Lehrermangel: Ein bundesweites Phänomen

Und während wir hier in Uri über unsere eigenen Herausforderungen nachdenken, zeigt ein Blick nach Deutschland, dass der Lehrermangel ein weit verbreitetes Problem ist. Im Schuljahr 2023/2024 lag die Teilzeitquote bei Lehrkräften an allgemeinbildenden Schulen bei stolzen 43,1 Prozent. Das ist ein neuer Höchststand! Der Anstieg von 42,3 Prozent im Vorjahr zeigt, dass immer mehr Lehrerinnen und Lehrer in Teilzeit arbeiten – bei den Frauen sind es sogar über 50 Prozent. Diese Entwicklung ist nicht nur eine Frage der individuellen Lebensgestaltung, sondern hat auch Auswirkungen auf die Unterrichtsqualität und die Verfügbarkeit von Lehrkräften.

In Deutschland sind insgesamt 739.500 Lehrkräfte an allgemeinbildenden Schulen beschäftigt. Im Vergleich zu anderen Branchen ist die Teilzeitquote hier überdurchschnittlich hoch. Besonders in Bundesländern wie Hamburg oder Bremen ist die Teilzeitquote mit 55,0 Prozent beziehungsweise 52,2 Prozent extrem. Währenddessen sieht es in Thüringen und Sachsen-Anhalt ganz anders aus – dort liegt die Teilzeitquote bei nur 23 Prozent. Solche Unterschiede geben zu denken!

Altersstruktur und Rekrutierung

Eine weitere spannende Erkenntnis ist die Altersstruktur der Lehrkräfte. Über ein Viertel der Lehrkräfte ist zwischen 50 und 59 Jahre alt, und fast jede zehnte Lehrkraft ist bereits 60 Jahre oder älter. Das bedeutet, dass in den nächsten Jahren viele Lehrer in den Ruhestand gehen werden. Der Anteil der unter 35-Jährigen liegt bei 20,8 Prozent – eine Zahl, die zeigt, dass die Schulen dringend neue Talente brauchen. Ein Blick auf die Zahlen in Sachsen-Anhalt verdeutlicht das Problem: Dort sind über 50 Prozent der Lehrkräfte 50 Jahre und älter. Diese demografische Herausforderung wird die Schulen in den kommenden Jahren stark belasten.

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Zusätzlich steigt der Anteil von Quer- und Seiteneinsteigern an den Schulen – 10,5 Prozent im Schuljahr 2023/24. Das könnte eine mögliche Lösung sein, um den Lehrermangel zu bekämpfen. Doch auch hier gibt es Herausforderungen. Der Bildungsrat hat bereits Empfehlungen zur Bekämpfung des Lehrermangels veröffentlicht, darunter die temporäre Kürzung der Stundentafel und eine Reform der Lehrerbildung. Leicht wird das alles nicht, aber die Notwendigkeit ist klar.

Während in Uri an der Rekrutierung neuer Lehrkräfte gearbeitet wird, bleibt die Situation auf dem Lehrermarkt angespannt. Die Zusammenarbeit zwischen Schulen, Gemeinden und dem Kanton ist dabei von entscheidender Bedeutung. Ein großes Dankeschön gebührt den Lehrpersonen, Schulleitungen, Schulbehörden und allen Mitarbeitenden der Schulen, die Tag für Tag ihr Bestes geben, um den Schülerinnen und Schülern eine gute Bildung zu ermöglichen. Bleibt zu hoffen, dass die kommende Zeit positive Entwicklungen mit sich bringt, auch wenn die Herausforderungen weiterhin bestehen.