Ein bisschen Nostalgie schwingt mit, wenn wir auf die Wurzeln des Festivals «Out in the Green» zurückblicken. Im Juli 1987 fand es auf der Grossen Allmend in Frauenfeld statt, und es war der Startschuss für eine Erfolgsgeschichte, die uns bis heute begleitet. Damals war es ein finanzielles Wagnis, das gleich rund 30.000 Besucherinnen und Besucher anzog – ein wahres Fest unter strahlendem Sonnenschein. Die ersten Klänge des Rockfestivals, das den Grundstein für das heutige Openair Frauenfeld legte, hallten durch die Luft und sorgten für die erste große Zusammenkunft von Musikbegeisterten.

Die ersten Jahre waren geprägt von Diversität und Experimentierfreude. In den nachfolgenden Jahren traten Weltstars wie David Bowie, Lenny Kravitz und die Rolling Stones auf, und das Festival entwickelte sich schnell zur größten Hip-Hop-Veranstaltung Europas. Die Jahrtausendwende brachte eine Spezialisierung auf das Hip-Hop-Genre mit sich, die sich als goldrichtig erwies. Der Höhepunkt kam dann 2022, als unglaubliche 200.000 Menschen das Festival besuchten und die Atmosphäre zum Überkochen brachte.

Ein Blick in die Zukunft

Ein ganz besonderer Vortrag steht am Donnerstag, den 25. Juni 2026, auf dem Programm. Historikerin Petra Hornung wird im Schloss Frauenfeld über die Geschichte des Festivals sprechen. Dabei wird sie Themen wie Musik, Jugendkultur und Alltagsflucht beleuchten. Auch die Identitätssuche der Jugendlichen wird zur Sprache kommen – eine spannende Betrachtung, die sicher viele ansprechen wird. Der Vortrag mit dem Titel «Von der Wiese zur Weltbühne. Vierzig Jahre Openair Frauenfeld» dauert von 12.30 bis 13 Uhr und ist kostenlos, allerdings ist eine Anmeldung erforderlich. Ein Muss für alle Musikliebhaber und Geschichtsinteressierten!

Wir dürfen nicht vergessen, dass Festivals nicht nur ein Ort der Musik, sondern auch der Gemeinschaft sind. In Deutschland gibt es jährlich rund 1.800 Musikfestivals, die eine unglaubliche Vielfalt an Genres abdecken. Von Klassik über Rock bis hin zu Elektronik – jedes Festival zieht im Durchschnitt fünf verschiedene Musikrichtungen an. Das zeigt, wie wichtig diese Veranstaltungen für die Kultur und das soziale Miteinander sind. In kleinen Städten und Gemeinden finden über 60 Prozent der Festivals statt, was die lokale Verbundenheit unterstreicht.

Nachhaltigkeit und Verantwortung

Ein weiterer Aspekt, der in der heutigen Zeit nicht vernachlässigt werden darf, ist die ökologische Nachhaltigkeit. Über 85 Prozent der Festivals setzen Maßnahmen um, um umweltbewusster zu agieren. Und auch das Thema geschlechtergerechte Line-Ups wird zunehmend wichtiger. Die Festivals zeigen ein wachsendes Bewusstsein für gesellschaftliche Themen und setzen sich aktiv für eine bessere Zukunft ein.

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Die Rolle der Ehrenamtlichen ist unermesslich. Rund 79 Prozent der Festivals wären ohne die Unterstützung von Freiwilligen nicht möglich. Diese Menschen bringen nicht nur ihre Zeit, sondern auch ihre Leidenschaft für die Musik mit. In kleinen Gemeinden sind es sogar bis zu 97 Prozent, die sich ehrenamtlich engagieren. Ein starkes Zeichen für den Zusammenhalt und die Liebe zur Musik!

Und so wird das Openair Frauenfeld, einst bescheiden gestartet, weiterhin ein Ort für unvergessliche Erlebnisse und große Emotionen bleiben. Die kommenden Jahre versprechen, noch mehr Geschichten zu erzählen und Erinnerungen zu schaffen, die bei Jung und Alt bleiben werden.