Ein ganz besonderer Tag steht bevor: Usama al Shahmani, der Autor, der Frauenfeld wie seine Westentasche kennt, kehrt zurück für die Aktion „Frauenfeld liest ein Buch“. Die Veranstaltung ist ein echtes Highlight, das sich um seinen Roman „In der Tiefe des Tigris schläft ein Lied“ dreht. Und das ist kein Zufall! Al Shahmani hat zwei Jahrzehnte in Frauenfeld gelebt und beschreibt die Stadt als seine schweizerische Heimat. Hier hat er seine Wurzeln geschlagen, sowohl persönlich als auch beruflich. Man könnte sagen, die Stadt hat ihm viel gegeben, und nun gibt er etwas zurück!

Am Samstag wird er mit einem Spaziergang vom Lindenpark zur Kartause Ittingen aufbrechen – eine reizvolle Route entlang der Murg und der Thur. Dabei wird er nicht nur über seinen Roman plaudern, sondern auch Gedichte vortragen. Diese Kombination aus Bewegung in der Natur und dem tiefen Eintauchen in Literatur ist nicht nur ein Konzept, sondern auch eine Herzensangelegenheit für al Shahmani. Er betont die Verbindung zwischen der Natur und dem kreativen Prozess, und wer könnte dem widersprechen? Es ist wie eine kleine Wanderung durch die eigene Seele.

Ein Blick in die Vergangenheit

Aber wer ist dieser Usama al Shahmani eigentlich? Geboren 1971 in Bagdad, hat er schon früh die arabische Sprache und moderne Literatur studiert. Im Jahr 2002, nach der Veröffentlichung eines Theaterstücks, musste er aus dem Irak fliehen und fand in der Schweiz Zuflucht. Seitdem hat er sich hier auch als Literaturkritiker einen Namen gemacht, zum Beispiel beim „Literaturclub“ des Schweizer Fernsehens SRF. Dabei hat er nicht nur seine eigene Karriere aufgebaut, sondern auch arabische Werke ins Deutsche übersetzt, darunter „Fräulein Stark“ von Thomas Hürlimann.

In seinem Roman „In der Tiefe des Tigris schläft ein Lied“ geht es um Gadi, einen Dozenten für hebräische Sprache in Zürich, der mit dem Erbe seines Vaters konfrontiert wird. Gadi hat über dreißig Jahre keinen Kontakt zu seinem Vater gehabt, und nun, nach dessen Tod, findet er Tagebücher, die die tragische Geschichte der jüdischen Vertreibung im Irak beleuchten. Es ist eine bewegende Erzählung, die tief in die menschliche Psyche eindringt und gleichzeitig historische Ereignisse reflektiert. Gadi beschließt, mit der Urne seines Vaters nach Bagdad zu reisen – eine Reise, die sowohl physisch als auch emotional belastend ist.

Ein Fest der Literatur

Die Lesung ist Teil der Aktion „Frauenfeld liest ein Buch“, die vom Verein Lesefeld in Kooperation mit der Buchhandlung Saxbooks und der Kantonsbibliothek Thurgau organisiert wird. Es ist nicht nur ein einfaches Event, sondern eine großartige Gelegenheit, die Literatur, die Menschen und die Geschichten, die uns verbinden, zu feiern. Übrigens, al Shahmani plant in den nächsten zwei bis drei Jahren einen zweisprachigen Gedichtband. Das wird spannend! So stellt er sicher, dass auch seine arabischen Gedichte ein breiteres Publikum erreichen. Ein bisschen mehr Kultur in der Welt kann schließlich nie schaden.

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Und während die 9. Weinfelder Buchtage bereits in vollem Gange sind, dürfen wir uns auf die Lesung am 2. November um 13:30 Uhr im Goldenen Dachs freuen. Das wird ein echtes Erlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Also, auf nach Frauenfeld! Die Natur ruft, die Literatur auch – und Usama al Shahmani ist der perfekte Begleiter auf dieser Reise.