Am Mittwoch, dem 11. Mai 2026, wurde im Vatikan ein ganz besonderer Tag gefeiert: 28 junge Männer traten in die Reihen der Schweizergarde ein. Ein Ereignis, das nicht nur die Rekruten, sondern auch den Kanton Thurgau in den Mittelpunkt stellte. Über 400 Thurgauerinnen und Thurgauer reisten nach Rom, um die Vereidigung mit eigenen Augen zu erleben. Ein Bild, das man so schnell nicht vergisst: Die strahlenden Gesichter der neuen Gardisten, die sich für einen Dienst im Zeichen der Kirche entschieden haben.
Die Feierlichkeiten begannen bereits am Dienstag, dem 5. Mai 2026, mit einer Kranzniederlegung in Erinnerung an die Schweizergardisten, die 1527 beim berüchtigten „Sacco di Roma“ ihr Leben verloren. Ein Moment der Stille und des Gedenkens, der die ernsten Töne der Feierlichkeiten einleitete. Regierungspräsident Dominik Diezi äußerte sich während der Feierlichkeiten sehr positiv über den Auftritt des Gastkantons. Er war sichtlich stolz, die Thurgauer Delegation im Vatikan zu vertreten.
Die Zeremonie im Petersdom
Der Mittwochmorgen begann mit einer festlichen Messe im Petersdom, bei der Thurgauer Gesangssolistinnen und -solisten die Missa St. Crucis von Josef Rheinberger zum Besten gaben. Diese klangvollen Stimmen hallten durch die ehrwürdigen Hallen und vermischten sich mit der ehrwürdigen Atmosphäre des Ortes. Nach der Messe fand die Generalaudienz mit Papst Leo XIV. auf dem Petersplatz statt. Und dort, beim Konzert der Jugendmusik Kreuzlingen, wurde das Gefühl der Gemeinschaft und des Feierns noch greifbarer.
Am Abend wurde die Vereidigung in der Aula Paolo VI. zelebriert, in Anwesenheit von Papst Leo XIV. und Bundespräsident Guy Parmelin. Ein feierlicher Akt, bei dem die neuen Gardisten ihren Eid ablegten, ein Zeichen von Treue und Glauben. Kommandant Christoph Graf nutzte diesen emotionalen Moment, um die Rekruten zu einem bewussten und verbindlichen Leben im Dienst der Kirche aufzurufen. Und Papst Leo XIV. bedankte sich herzlich bei den jungen Männern für ihre Bereitschaft, in den Dienst der Schweizergarde zu treten.
Ein Abend voller Thurgauer Spezialitäten
Nach der Zeremonie waren die Thurgauer und andere Gäste zu einem Apéro eingeladen, bei dem köstliche Spezialitäten aus der Region serviert wurden. Es war ein Fest für die Sinne! Der Duft von frisch zubereiteten Leckereien schwebte durch die Luft, während die Gäste sich angeregt unterhielten. Vertreterinnen des Thurgauer Landfrauenverbands kümmerte sich um die Dekoration und Betreuung der Gäste – eine herzliche Geste, die den ganzen Abend über spürbar war.
Am Donnerstagmorgen endete die Reise der Thurgauer Delegation mit einem Besuch der Sixtinischen Kapelle und des päpstlichen Palasts. Ein krönender Abschluss, der die spirituellen und kulturellen Werte, die die Gardisten aus ihrer Heimat mitbringen, wunderbar unterstrich. Papst Leo XIV. hatte in seiner Ansprache betont, wie wichtig der demütige und stille Dienst der Gardisten ist, und erinnerte an den Wert von Freundschaften und Pflichtbewusstsein. Ein eindrucksvolles Geschehen, das sowohl die Gardisten als auch die anwesenden Gäste nachhaltig prägen wird.