Ein turbulentes erstes Sommerwochenende hat die Schweiz in Atem gehalten – und das nicht wegen strahlendem Sonnenschein. Stattdessen sorgten kräftige Regenfälle für besorgniserregende Hochwasserwarnungen, besonders im Kanton Thurgau, wo der Fluss Sitter in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit rückte. Dort fiel am Wochenende in verschiedenen Regionen, unter anderem auch im Baselbiet, bis zu 40 Millimeter Niederschlag. Das hat den Pegelstand des Sitter steigen lassen, auch wenn der Fluss noch nicht über die Ufer getreten ist. Die Bevölkerung wurde eindringlich aufgefordert, das betroffene Gebiet zwischen Thürlewang und Sitterdorf zu meiden – eine kluge Entscheidung, wie man sich denken kann.

Der Osten der Schweiz hatte es besonders hart getroffen. In nur fünf Stunden fielen bis zu 30 Millimeter Regen, während die Wetterprognosen bis zur Wochenmitte eine wechselhafte Stimmung mit heftigen Regengüssen und Gewittern vorhersagen. Meteoschweiz warnt für die Nordostschweiz bis Dienstag vor „Quasistationären Gewittern“ – klingt fast wie etwas, das man im Horrorfilm erwarten würde, oder? Und ganz nebenbei: In der ganzen Schweiz herrscht derzeit ein Zecken-Risiko, besonders im Frühsommer, und wer hätte gedacht, dass die Regenfälle auch die Zeckenaktivität ankurbeln könnten? Irgendwie nicht gerade das, was man sich unter einem Sommer vorstellt.

Wetterprognosen und Hochwasserwarnungen

Wie wichtig es ist, die Wetterlage genau im Auge zu behalten, zeigt sich auch in den täglichen hydrologischen Vorhersagen des BAFU. Diese werden mehrmals täglich aktualisiert und beinhalten nicht nur Grafiken und Karten, sondern auch Bulletins, die wichtige Informationen zur Gefahrenstufe und zu betroffenen Stationen liefern. Bei Gefahrenstufe 2 oder höher werden Warnungen an die kantonalen Behörden über die Nationale Alarmzentrale (NAZ) verschickt. Das ist ein aufmerksamer Schutz, denn Hochwasser können schnell zu einer ernsten Bedrohung für Anwohner, Industrieanlagen und sogar Straßen und Eisenbahnlinien werden.

Das Naturgefahrenbulletin, das in Zusammenarbeit mit MeteoSchweiz und dem WSL-Institut erstellt wird, bietet eine umfassende Übersicht über die aktuelle Lage, Wetterentwicklung und Hydrologie. Und was die Hochwasserwarnungen angeht, so gibt es sogar eine Einteilung in drei Klassen, je nach Wahrscheinlichkeit. Die letzte Aktualisierung des Hochwasserbulletins erfolgt täglich um 12 Uhr – ein kleiner Lichtblick für alle, die gerne informiert bleiben wollen.

Vergangenheit und Ausblick

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, wie ernst die Lage werden kann. Im Juni und Juli 2021 gab es in der Schweiz eine außergewöhnliche Häufung von Gewittern, die zu verheerenden Überschwemmungen führten. Die Schadenskosten beliefen sich auf über 435 Millionen Franken – die höchste Summe seit 2007. Hochwasser sind in der Schweiz die Naturgefahr mit den höchsten Schadsummen, und es wird alles getan, um Schäden zu minimieren. Gefährdete Gebiete werden nicht überbaut, und wo nötig, werden neue Schutzbauten errichtet.

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Die Auswirkungen der letzten Regenfälle könnten also weitreichende Folgen haben, nicht nur für den aktuellen Sommer, sondern auch für die kommenden Monate. Ab Donnerstag wird ein Hochdruckrücken über dem Atlantik erwartet, der die Temperaturen auf angenehme 24 bis 27 Grad steigen lässt. Vielleicht wird es ja doch noch ein schöner Sommer – allerdings sollten wir die Augen aufhalten, denn die Natur hat oft ihre eigenen Pläne.